Freitag, 20. Januar 2017

Die Zukunft der Wirtschaftspresse

Ich mache mir Sorgen um die Wirtschaftspresse. Die Auflagen sinken insgesamt weiter, das Anzeigengeschäft reicht weder zum Leben noch zum Sterben.
Warum ist gerade die Wirtschaftspresse dermaßen eingebrochen?
Am meisten interessieren mich natürlich die Magazine, bei denen ich gearbeitet habe.
Capital verkaufte zu seinen besten Zeiten 330.000 Hefte, davon 130.000 im Einzelverkauf. Heute verkauft das Magazin im Einzelverkauf weniger als 5.000 Hefte, die Abos sollen nur noch bei 40.000 liegen. Auch die Wirtschaftswoche hat nach meinen Informationen nur noch 60.000 Abos, früher waren es mal über 110.000.
In ihrer Not melden alle Magazine Mond-Auflagen, die weit entfernt sind von den echten Verkäufen, also ohne Lesezirkel, Fliegerhefte und sonstige Sonderverkäufe.
Die gemeldeten Brutto-Umsätze der Anzeigenabteilungen verschleiern die hohen Rabatte, die gegeben werden müssen. Am Ende erzielt kaum ein Verlag ausreichende Renditen in seinem Kerngeschäft. So versucht man dann die Marken auf andere Weise zu monetarisieren. Das Handelsblatt verdient inzwischen mit Veranstaltungen mehr als mit Anzeigen. Rund 20 Millionen Euro soll der Umsatz mit Events inzwischen betragen. Andere verleihen Preise und suchen ihr Heil im Verkauf von Best-Logos. Nebengeschäfte dominieren das eigentlich Produkt: journalistische Inhalte.
Digitalisierung als Ausweg? Die digitalen Ausgaben arbeiten mit unterschiedlichem Erfolg. Sie können kaum die Printeinbrüche kompensieren. Selbst das reichweitenstärkste Portal, handelsblatt.com (6 Mio. Visits im Dezember 2016) erreicht nicht die Zahlen von Onvista (11.2 Mio.) oder Finanzen.net (28 Mio. ), wenn man laut Statista den wirtschaftsrelevanten Teil ("Anzahl der Visits ausgewählter Webseiten der Themenkategorien Wirtschaft, Finanzen, Job, Karriere") nimmt (die Gesamtzahl der Visits von Handelsblatt.com lag bei 17 Millionen).
Die Zahlen der einstigen Institutionen Capital und Wirtschaftswoche kann man erst recht vernachlässigen.
Die Stroer-Gruppe ist inzwischen mit über 29% Markanteil größter mobiler Werbevermarkter in Deutschland. Ihre Plattformen, darunter T-Online, bieten Reichweite in einem Sammelsurium von Portalen ohne echten Journalismus. Die ehemaligen Plakatkleber dominieren damit ein Werbesystem, das zwar Content braucht, aber keine "guten Geschichten".

Tatsächlich ist es die Relevanz, an der sich die Wirtschaftspresse die Zähne ausbeißt. Ein Magazin namens "Landlust"  muss sich nicht die Frage zu stellen, ob man es braucht. Ein Wirtschaftsmedium muss man brauchen.
Nur: News im Wirtschaftsbereich bekommt man meist umsonst. Nutzwert wird von Portalen wie "Check24" abgedeckt. Börsentipps gibt es in unendlichen Mengen im Internet.

Ist also Qualitätsjournalismus in der Wirtschaft nicht mehr gefragt?
Nach meinen Erfahrungen lesen Manager und Unternehmer nach wie vor jeden Tag, was in der Welt passiert. Doch die neue Generation liest anders, sie scrollt sich morgens auf dem Smartphone durch die Nachrichten, liest am Vorabend die Epaper-Ausgaben und auf dem Flughafen die kostenlosen Zeitungen aller Couleur. Die Kostenlos-Kultur ist gerade in der Wirtschaft weit verbreitet, sie wird verstärkt durch nachrückende junge Generationen. Die Wirtschaft liebt die Kostenlos-Kultur. Selbst reiche Unternehmer freuen sich, wenn sie eine Flasche Bordeaux zum Schnäppchenpreis ergattern. Top-Manager lassen sich den Parkschein abstempeln, wenn sie ein paar Euro sparen können. Und wenn sie bei BILD die kostenpflichtige Bild-Plus Version abonnieren sollen, um das Trump-Interview lesen zu können, schalten sie eben um auf die kostenlose Times-Version.
Ein Dilemma für alle Verlage.
Doch Informationen sind für jedes Unternehmen nach wie vor lebenswichtig. Manager, die sich nicht informieren, sind ungebildet und machen Fehler.
Schon vor zwanzig Jahren, als Capital und Manager Magazin in Spitzenzeiten 500 Seiten Umfang hatten, hieß es: Wer soll das alles lesen? Trotzdem meldeten die Magazine hohe Auflagen und irrsinnige Werbeumsätze. "Wer soll das alles lesen" gilt heute mehr denn je. Das Internet überschwemmt die Menschheit mit Informationen und Desinformationen, die totale Fragmentierung der Informationswelt ist Realität geworden. Sie ist der Feind klassischer Medien.

Reichweite ist für die Werbung heute wichtiger als Qualität. Junge Marketing-Manager reden nur noch von Content, nicht mehr von Inhalten. Content-Fabriken verderben die Preise des klassischen Journalismus. Inhalte werden fürs Google-Ranking präpariert, nicht für die Leser.
Die Medienbranche ist dem härtesten Wettbewerb ausgesetzt, den man sich überhaupt nur vorstellen kann. Einen Ausweg gibt es nicht. Selbst die starken Marken leiden unter langsamer Auszehrung.

Was also tun?
Nachrichten sind inzwischen ein homogenes Gut. Sie sind überall kostenlos erhältlich, warum soll irgendjemand dafür bezahlen? Zahlende Leser gewinnt man nicht durch Nachrichtenjournalismus, sondern durch den Blickwinkel der eigenen Marke.
Zu den nach wie vor erfolgreichen Medien gehört die ZEIT. Sie hatte früher mit Gräfin Dönhoff, später mit Helmut Schmidt renommierte Herausgeber und mit Giovanni di Lorenzo den besten Chefredakteur in Deutschland. Die ZEIT ist ein Autorenmedium, ohne Hektik, ohne Schaum vor dem Mund, gründlich und umfassend. Meinungsstark, aber nicht bevormundend. Von ihr kann man viel lernen.

Mein Rat an Wirtschaftsmedien, die auch in Zukunft erfolgreich sein wollen:

  1. Autorität und Relevanz schaffen: Voraussetzung dafür sind namhafte Herausgeber, brillante Kolumnisten, überzeugende Analysen. 
  2. Meinung und Kommentierung durch erfahrene Journalisten stärken. Kindergesichter sind dafür (noch) nicht geeignet.
  3. Leuchtturmgeschichten in jeder Ausgabe schaffen. Journalisten auch mal mehrere Wochen Zeit für Recherchen geben. 
Wenn diese drei Bedingungen erfüllt sind, können und müssen alle Register der Digitalisierung gezogen werden. Nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich. Facebook kann zum Instrument der Kundenbindung werden, denn es führt gleiche Interessen zusammen. Facebook könnte die gemeinsamen Interessen aller FAZ-Leser herausfinden. Das kann man als Filterblase kritisieren, für Verlage kann es aber ein höchst nützliches Instrument werden, zumal die Entwicklung ja nicht stehen bleibt. Leser zu binden, ist schließlich die wichtigste Herausforderung jedes Mediums.

Das alles kostet allerdings Geld. Wer als Verleger erfolgreich sein will, muss investieren, und zwar in journalistische Qualität, nicht in Content.


Montag, 16. Januar 2017

Trump in BILD und Times - was ist die Botschaft an uns?

Mit dem Trump-Interview ist Kai Diekmann kurz vor seinem Ausscheiden bei Springer ein echter Scoop gelungen, das muss man ihm lassen. Gleiches gilt auch für Michael Gove von der ehrwürdigen britischen Times. Dort liest man übrigens - anders als bei BILD - das Original-Interview kostenlos, wenn man sich registriert.
Nun feiert sich BILD erwartungsgemäß über die Maßen: "BILD-Interview bewegt die Welt."
CNN durfte Trump nicht fragen, BILD und Times durften. Eine selektive Auswahl, die sicherlich andere Medien vor Neid erblassen lässt.
Aber was sagen uns die Inhalte?

Nun, ich habe mir die ausführliche englische Komplettfassung in der Times durchgelesen.
Interessant zunächst das dazu veröffentlichte Bild mit einem überladenen Schreibtisch, wie man ihn eher bei Redakteuren vermutet. Trump mag Ordnung, sagt er. Aber sein Schreibtisch sieht nicht danach aus.
Vielleicht war das Absicht. Es soll vielleicht den Berg von Arbeit vermitteln, der auf den künftigen Präsidenten Amerikas wartet. Vielleicht sieht seine Politik so aus. Das wäre die üblere Variante.

Dann das Interview. Immer die gleiche Masche: Alles was Trump kritisiert, ist eigentlich "great". Merkel ist great, sie hat nur den einen "katastrophalen Fehler" gemacht, illegale Flüchtlinge ungeprüft ins Land zu lassen. die Nato ist great, nur sollte sie von allen 22 Mitgliedsländern und nicht von fünf finanziert werden. Germany is great, aber sein Handel mit Amerika ist unfair. Mexiko ist great, aber wenn BMW dort Autos für den Export nach USA baut, soll es 35 Prozent Einfuhrzoll bezahlen. Alle sind great, nur Amerika noch nicht, das soll ja erst kommen.
Das hat irgendwie System. Die besten Deals macht man, wenn der Dealpartner - ob Freund ob Feind - verunsichert ist. Trump sieht sich als Kartenspieler, der seine Karten nicht aufdeckt, auch um zu bluffen.
Nato obsolet, Importzölle für deutsche Autos, Iran-Abkommen als "worst deal ever", "katastrophale Flüchtlingspolitik" - alles Schlagworte, die es in die Headlines der Medien schafften. Und dann ist Merkel a "great, great leader". Die Nato keineswegs obsolet, nur falsch finanziert. Der Brexit ist great und er ist stolz darauf, ihn vorausgesagt zu haben, aber den Namen der neuen Premierministerin hat er nicht parat. Den von Juncker schon gar nicht.

Mit diesem Interview hat Trump sich nicht offenbart, sondern nach seinem Wahlkampf eine erste Einschüchterungsrunde aufgemacht. Das allgemeine Erschrecken ist groß. So wird dann alles, was nicht durchgesetzt werden kann, Erleichterung auslösen. Gut für die Börse.

Je konkreter seine Ankündigungen sind, desto mehr Widerstand wird sich regen. In den USA, aber auch weltweit, vor allem in China und in Europa. Trump wird den Gegenwind bald zu spüren bekommen. Auch aus den eigenen Reihen.

Was bleibt als beste Botschaft dieses Interviews? Eindeutig die Bekämpfung des IS. Die bisherige Nahost-Politik der USA war ein einziges Desaster, da hat Trump völlig Recht. Hier wird es ohne Kooperation mit Russland und den Europäern nicht gehen.
Wie er es besser machen will, wird man sehen. Die Zeit der Ankündigung von Aktionen ist für ihn beendet. Ein Kartenspieler legt eben seine Karten nicht offen.

Samstag, 24. Dezember 2016

Frohe Weihnachten

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr!
Ein syrischer Flüchtling aus einer meiner Facebook-Gruppen postete heute folgendes:
"Aus einem Land heißt Syrien, das sich seit langen nach Frieden sehnt, sind wir gekommen.
Tief in unseren Herzen tragen wir für euch große Dankbarkeit verbunden mit dem Wunsch nach Frieden.
Möge eure Familien, Freunde und eures Land in Frieden weiterleben"
🎄Frohe Weihnachten 🎄.
Das gebe ich gerne weiter.

Ihr
Ralf-Dieter Brunowsky

Dienstag, 20. Dezember 2016

Wir haben eine Sicherheitskrise

Der Terroranschlag in Berlin ist ein Signal an uns alle: Wir müssen unsere Demokratie wehrhaft machen. Sicherheit ist jetzt die wichtigste politische Aufgabe in unserem Land.

Weil mit den Flüchtlingen auch mancher Verbrecher ins Land kommt, fühlt sich unsere Bevölkerung nicht mehr sicher. Mit Statistik kann man diesem Gefühl nicht begegnen. Es ist egal, ob der Prozentsatz von Ausländern in der Kriminalitätsstatistik höher ist oder nicht. Es geht darum, Recht durchzusetzen. Nur so bekommen wir wieder ein Gefühl der Sicherheit.

Warum war die Empörung über den mutmaßlichen bulgarischen U-Bahntreter extrem groß? Die barbarische Brutalität des Täters war schockierend, die späte Veröffentlichung des Tatvideos durch die Behörden empörte aber fast ebenso.

Obwohl das Video – für jedermann sichtbar – den feigen Tritt in den Rücken einer Frau zeigt, gab es erst einmal wochenlange Ermittlungen. Begründung: Erst wenn diese nicht zum Erfolg führten, wende man sich an die Öffentlichkeit, so die Berliner Polizei, die dann noch nicht einmal das kurz zu sehende Gesicht des Opfers verpixelte.

Solche Mängel kennzeichnen die derzeitige Sicherheitslage. Am Frankfurter Hauptbahnhof werden offen Drogen gehandelt und die Stadt bastelt hilflos an Konzepten, statt rigoros dagegen vorzugehen. Straftäter werden gefasst und dann gleich wieder freigelassen. Der Staat erscheint machtlos gegen organisierte Kriminalität – von Drogendealern bis hin zu Schleusern.

Der bereits verurteilte mutmassliche Freiburger Mörder wurde in Griechenland amnestiert, hierzulande hatte man keine Daten über ihn. Tausende von Polizeistellen wurden abgebaut. Ein erheblicher Teil der Polizei schützt jedes Wochenende Fußballstadien, aber in den Städten zeigt die Polizei wenig Präsenz.

Videoüberwachung wird von Datenschützern verhindert, obwohl sie an allen öffentlichen Plätzen notwendig wäre.

Bei einer Umfrage im Auftrag des MDR fragte Infas 2014, also weit vor der „Flüchtlingskrise“ nach den „besonderen Stärken“ der DDR und der Bundesrepublik. Die DDR punktete am meisten mit „Schutz vor Kriminalität” (66 Prozent).

So ist das eben: Einer Diktatur stimmen viele zu, wenn sie ihnen Sicherheit verspricht. Das ist manchen wichtiger als Menschenrechte und Freiheitsberaubung. Aber warum sollte Sicherheit nicht auch von einer Demokratie bereitgestellt werden können?

Die innere Sicherheit ist das zentrale Element aller Populisten. Wir dürfen diesen nicht das Feld überlassen. Im anstehenden Bundestagswahlkampf kann man den bürgerlichen Parteien nur raten, die Verbesserung der inneren (und übrigens auch äußeren) Sicherheit zum wichtigsten Thema zu machen.
Aufrüstung – auch im IT-Bereich

Die Flüchtlingskrise ist nicht die Ursache der allgemeinen Verunsicherung, sie hat sie aber verstärkt. Im August 2016 veröffentlichte die FAZ eine Allensbachumfrage und schrieb dazu: „Die wachsende Terrorangst trifft auf ein gesellschaftliches Klima, das bereits seit Jahren von Verunsicherung geprägt ist. 2011 fürchteten lediglich 29 Prozent der Bürger, sie könnten Opfer eines Verbrechens werden; 2014 galt dies bereits für 45 Prozent, aktuell für 64 Prozent.”

Wir lesen täglich in den Medien, wo die Sicherheit versagt. Deutschland muss massiv aufrüsten. Steuereinnahmen haben wir dafür genug. Mehr Personal für die Sicherheitskräfte, bessere Ausrüstung — vor allem im IT-Bereich.

Wir brauchen mehr Kontrollen im Straßenverkehr, um Illegale aufzuspüren. Wir brauchen eine konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber. Aber wir brauchen keinen Ausländerhass. Wer kriminell ist, muss strafrechtlich verfolgt werden, egal wo er herkommt. Es darf kein Vollzugsdefizit geben.

Schließlich: Gegen die zunehmende äußere Bedrohung durch Hackerangriffe aus Russland und anderen Ländern müssen Mittel gefunden werden. Die Experten wissen, was dafür notwendig ist.

Auch die Ausrüstung der Bundeswehr muss wieder voll funktionsfähig und modernisiert werden. Der jahrelange Schrumpfkurs demotiviert unsere Soldaten, die dann noch weltweit in Einsätzen unterwegs sein müssen.

„Wir produzieren Sicherheit” lautete einst der Slogan der Bundeswehr. Das wäre heute ein echtes Wahlprogramm.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Reaktionen auf meinen Kommentar zur Meinungsfreiheit und "Kein Geld für rechts"

Mit Erlaubnis des Chefredakteurs von "Bilanz" ,Klaus Boldt, veröffentliche ich hier die Kommentare zu meiner Kolumne auf bilanz.de. Die z.T. aggressiven Reaktionen bestätigen mich in meinen Sorgen.

  • Die Kampagne des Chefstrategen Gerald Hensel der Argentur Scholz & Friends ist zu verurteilen. Es ist ein Zeichen der Zivilisation den (Meinungs)Gegner mit Argumenten zu besiegen und nicht wie in düsteren Vorzeiten zu vernichten. Der Boykottaufruf ist nichts anderes.
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        Ein Boykottaufruf ist nicht "gesetzlich verboten", im Gegenteil, er ist von der Meinungsfreiheit geschützt, siehe Lüth-Urteil des BVerfG (https://de.wikipedia.org/wiki/...
        Den Boykott verbieten zu wollen wäre dagegen "faschistisch", also im Sinne von undemokratisch und verfassungswidrig.
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            Es handelt sich nicht um einen Boykottaufruf. Bitte genau lesen. Und bitte nicht anonym schreiben.
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                Wenn ich Werbetreibende dazu aufrufe, irgendwo nicht mehr zu werben, dann ist das natürlich ein Aufruf zum Werbeboykott. 
                Ich kann nicht verstehen, wie man die Chuzpe haben kann, das irgendwie umdeuten zu wollen.
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                    Selbstverständlich handelt es sich um einen Boykottaufruf. Es ist Ihr gutes Recht, das nicht zu verstehen, aber Sie sollten anderen Leuten nicht unterstellen, dass sie einen Text nicht genau gelesen haben.
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                        Natürlich handelt es sich um einen Boykottaufruf von Hensel. Gerade der Beitrag vom 23.11. bringt Klarheit. Ich weiss Sie haben einfach nicht die geistige Reife und Möglichkeiten, so ein Thema richtig einzuordnen. Machen sie sich mal die Gedanken inwiefern dies mit dem Verlust von Regierungsaufträgen an Jung und Matt zusammenhängen könnte. Der 88 auf einem Kinderkarussel, Dürfen die Hamburger nun nicht mehr mit HH Kennzeichen durch die Gegend fahren, Aber keine Sorge die Bilanz Bannerplätze sind ausgebucht, und die Wirtschaftwoche hat ein Abo mehr,
                          • Avatar
                            Stimmt. Es ist kein Boykottaufruf. Der wäre ja auch gesetzlich verboten. Nur wenn man Unternehmen, -die unteranderem auch von ihrem guten Ruf leben- kontaktiert und sie insinuierend darauf hinweist, ob sie es denn richtig fänden bei rechtspopulistischen Internetseiten zu werben, dann baut man unweigerlich sozialen Druck nach dem Motto: "Wenn du bei bösen Menschen wirbst, gehörst DU MIT zu den bösen Menschen, dann bist DU für uns ein böses, ein ins soziale Abseits gestelltes Unternehmen, weil du die bösen Rechtspopulisten mit deinem Werbegeld unterstützt" auf. Dieser moralischen Nötigung, -man könnte fast schon sagen "Erpressung"- kann weder ein Handwerksunternehmen noch ein Weltkonzern widerstehen. Man cancelt die Werbeaufträge. Aber nicht aus echter eigener Überzeugung heraus, weil man in der Firmenleitung des Betriebs den Beschluss gefasst hat: "Wir als Unternehmen XYZ, wir wollen aufgrund unser eigenen Überzeugungen und unser Wertemaßstäbe heraus explizit mit solchen politischen Stömungen nichts zu tun haben und werben bsw. bei "Breitbart" nicht mehr!", sondern, weil man sich von der Umwelt aus Gründen eines befürchteten Ansehensverlustes dazu gezwungen sieht. Sowas hat mit der im Grundgesetz verbrieften freien Willensäußerung dann überhaupt nichts mehr zu tun und ist defakto undemokratisch.
                            Wer mit Gewaltmaßnahmen, wie moralischer Nötigung, bzw. moralischer Erpressung arbeitet, lieber Herr Brunowsky, der zeigt eigentlich nur, dass er es bitter nötig hat und es nicht schafft, Menschen ohne Gewalt von seinen Argumenten zu überzeugen. Das ist dann ein Armutszeugnis. Ein Zeugnis der eigenen Schwäche und Unterlegenheit. Die Aktion von Herrn Hensel und seiner Agentur S&F ist insofern ein jämmerliches Armutszeugnis. Mehr muss man dazu nicht sagen.
                            MfG,
                            Martin Wessner
                              • Avatar
                                Werter Hr.Brunowski, wie soll man Ihren Text lesen, wenn er passwortgeschützt ist.
                                Eigentlich ist rechts und links durch den Bundestag gegeben. Lange Zeit war es so: CDU, CSU und FDP stehen rechts, SPD, Grüne und Linke stehen links. Das heutige Problem ist, dass Fr. Merkel die CDU nach links geführt hat und die überwiegend linksgrünen Medien das als fortschrittlich und modern bejubeln. Fr. Merkel versucht jetzt klammheimlich den Rückzug, sagt es aber nicht offen.
                                Es muss Medien geben, die das beschreiben. Es muss Medien geben, die den Standpunkt der CDU zur Jahrtausendwende haben und die den Weg Fr. Merkels nicht als fortschrittlich, sondern als Sackgasse für die CDU sehen. Was ist das für eine Demokratie, wenn nur noch CSU und FDP rechts vertreten. Genau durch diese Situation kam im letzten Jahr die AfD wie Phoenix aus der Asche.
                              • Avatar
                                Sehr geehrter Herr Brunowsky,
                                offensichtlich haben Sie in keinster Weise verstanden, um was es Henryk Broder in seinem - sehr treffenden - Vergleich mit den "feschen SA-Leuten" überhaupt geht. Statt dessen sind Sie lieber "sprachlos".
                                Offensichtlich fehlt ihren - wie auch den meisten Rot/Grünen Kollegen der schreibenden Zunft - die Fähigkeit, die Analogien und Erfahrungen der Vergangenheit auf die sich nunmehr zum dritten Mal wiederholenden Tendenzen zu erkennen. Vielleicht sollten Sie mal Ihre Brille abnehmen und Ihre Augen öffnen.
                                So wie ich Sie einschätze, würden Sie sich auch in die Reihe der Denunzianten einreihen, die (wie aktuell passiert) den Besitzer eines Kinder-Karussels an den Pranger stellen und auf auf die Vernichtung seiner Existenz bestehen (Antrag von "Die Linke"), weil auf einer Kirmes bei einem Karussellwagen das Kennzeichen "HH 88" zu sehen war und dies nach nunmehr 25 Jahren einem roten Blockwart aufgefallen ist.
                                Ihr gesamter Kommentar ist nichts weiter als ein einziges Sammelsurium an verstaubten Stereotypen, Denk- und Sprechverboten.
                                Mit freundlichen Grüßen 
                                  • Avatar
                                    Wie ist denn Ihr richtiger Name und Ihre Funktion? Dann können wir diskutieren. Mit Anonymen tue ich mich schwer. Ich verberge mich auch nicht hinter einem Pseudonym.
                                      • Avatar
                                        Leider leben wir (bereits zum dritten Mal) wieder in einem Land, wo man nicht mehr so einfach und frei seine Meinung sagen darf. Schon ein "Like" bei Facebook kann einem Politiker schon wieder den Job kosten. Oder die Unterstützung der AfD den Job. Von den Drohungen (und der tatsächlichen) Gewalt der linken und vom Staat tolerierten Schlägertrupps der sog. Antifa. Gaststätten und Hotels werden massiv unter Druck gesetzt, um ja unter keinen Umständen Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Alles Dinge, die Sie vielleicht nicht sehen, oder nicht sehen wollen.
                                        Ich hätte kein Problem mit meinem Namen zu schreiben, weil ich wegen dieser semi-DDR-Zustände das Land verlassen habe und endlich wieder glücklich bin, aber ich habe Verwandte und viele Freunde in der BRD. Und, wie sie es vielleicht schon ahnen, möchte ich Niemanden gefährden.
                                        Traurige, aber leider wieder ganz reale Zustände.
                                        Bleiben Sie in ihrer bunten Traumwelt. Wir können uns gerne in 2-3 Jahren unterhalten, wem von uns beiden es besser geht.
                                          • Avatar
                                            Lächerliche Schutzbehauptung würde ich mal sagen. Sind es doch gerade die Rechten, die durch anonymes Drohen und Mobben unangenehm auffallen. Zeigt ja nun auch der Fall des gerade zurück getretenen SPD Vorsitzenden in Bocholt, dessen Familie von den Rechten übelst bedroht wurde und dieser sich aus Angst zum Rückzug gezwungen sah. Aber gleichzeitig heulen eben genau diese Leute aus ihrer Anonymität heraus über eine angeblich nicht existierende Meinungsfreiheit. Die Täter stilisieren sich zu Opfern.
                                      • Avatar
                                        "Hensels Initiative ist kein Boykottaufruf". 
                                        WAS DENN SONST?
                                          • Avatar
                                            Hier wird wieder an der Sache vorbeigeredet. Es geht darum bspw., ob ein Islamkritiker (Broder von Achgut) jemanden, der den Islam verharmlost (Lamya Kadoor), unterstellen kann, sie/er wäre Antisemit. Für die behauptete Verharmlosung gibt es fachliche Gründe.
                                            Der Broder-Zitat oben (bzgl. SA-Leute) ist aus dem Kontext genommen worden und war natürlich ironisch gemeint und zwar eindeutig so, dass natürlich den SA-Leuten nicht einfach mal hätte geglaubt werden können, dass sie einfach nur eine persönliche Wahl beim Shopping treffen, wenn sie ihre Diskriminierung der Juden so begründet hätten, wie jetzt andere die Empfehlung, nicht bei bestimmten Webseiten zu werben, es tun. Scheinheilig ist es von den Boykotteueren zu behaupten, eine Empfehlung wäre kein Boykott, wenn nun tatsächlich viele spürbar der "Empfehlung" folgen.
                                            Denn wer nicht seine Werbung den Seiten entzieht, dem droht die Brandmarkung als rechtsradikal. Eine Schandtat für demokratisch denkende Menschen.
                                            Hier wird tatsächlich mit moralischem Druck gegen unliebsame Meinungen eine de facto Zensur ausgeübt. Und wenn der Broder auch mal im Ton sich vergreift (Kadoor wäre "genuin dumm"), ändert es nichts an der Blindheit vieler Menschen gegenüber einem religiösen System, das alles andere als verfassungskonform ist - wohlbemerkt als System.
                                              • Avatar
                                                Ich bin auch tolerant. Ich bin auch für Flüchtlingshilfe, aber nicht in der derzeit praktizierten Form. Ich bin nicht mehr für A. Merkel, weil diese mit ihrer Regierung bei nahezu jedem bedeutendem Thema völlig versagt. Beispiele: EU-Politik, Euro-Politik, Energiewende (ich bin grundsätzlich pro erneuerbarer Energien, doch die Energiewende wird zu einem teuren Debakel), Asylpolitik und weitere. Ich bin auch gegen ehem. Stasispitzel (Kahane) in staatlich finanzierten Stiftungen, die jetzt unter der Maxime Kampf gegen Nazis alle unliebsamen Meinungen anprangern dürfen. Und ich bin gegen scheinheilige Weltverbesserer, die für sich die einzige Wahrheit beanspruchen und es für nötig erachten, eine "nach rechts rückende" bürgerliche Mitte zu belehren, was diese gefälligst zu denken und zu wählen habe.
                                                  • Avatar
                                                    Auch Sie könnten mal damit anfangen zu definieren, was "Rechts" überhaupt bedeutet. Dann müssten Sie erläutern und belegen, warum Achgut.com_objektiv_ dem rechten Spektrum zugerechnet werden muss. Ausserdem müssten Sie reflektieren, was es in D bedeutet als "Rechts" diffamiert zu werden. Dann dürften Sie sich damit beschäftigen, ob es legitim ist, die wirtschaftliche Existenz von Anderen zu zerstören, welche lediglich anderer politischer Meinung - im Rahmen der freiheitlich demokratischen Grundordnung - sind. Sie sehen sich selbst als "liberal-konservativen Bürger". Nach Lesen Ihres Artikel kann man mit Sicherheit sagen, dass Sie nicht wissen, was liberal bedeutet.
                                                      • Avatar
                                                        1.) Wie heißen Sie denn mit vollem Namen? 
                                                        2.) Warum Anonym? 
                                                        3.) Rechts ist für mich die Verbindung von Intoleranz und Nationalismus
                                                        4.) Ich bin übrigens Mitglied der FDP
                                                          • Avatar
                                                            1.) Wie heißen Sie denn mit vollem Namen?
                                                            Was tut dies zur Sache?
                                                            2.) Warum Anonym? 
                                                            Ronald ist nicht anonym.
                                                            3.) Rechts ist für mich die Verbindung von Intoleranz und Nationalismus
                                                            Aha. Nur, was hat das mit der Achse des Guten zu tun?
                                                            4.) Ich bin übrigens Mitglied der FDP
                                                            Danke für den Hinweis, welche mich immer mehr bestärkt, dass auch die FDP nicht mehr wählbar ist, da ihre Mitglieder nicht einmal mehr ein liberales Grundverständnis besitzen.
                                                              • Avatar
                                                                "Rechts" war ursprünglich mal eine CDU, werter Herr Brunowsky ... sollten auch Sie zu der Mehrheit gehören, die sich noch nicht einmal die Mühe geben, ein politisches Spektrum exakt zu benennen, wäre dies bedauerlich (zum "warm werden" erlaube ich mir, https://www.bpb.de/nachschlage... zu empfehlen)
                                                                Wenn "Rechts" für Sie die Verbindung von Intoleranz und Nationalismus ist, wäre die CDU bemitleidenswerter als sie es eh schon ist
                                                                Was die FDP betrifft, so erlaube ich mir, Ihnen u.U. zu empfehlen, diese Mitgliedschaft zu überdenken. Ein wirklicher "Liberaler" verhält sich anders ...
                                                                Pardon, aber diese Haltung - wie die Ihrerseits eingenommene - hat mich u.a. bewogen, seinerzeit aus der FDP auszutreten, die heute erst recht nicht mehr das ist, was sie in der Vergangenheit einmal war ...
                                                                  • Avatar
                                                                    "Rechts ist für mich die Verbindung von Intoleranz und Nationalismus"
                                                                    Aha. Na dann war Ihre obige Frage "Bin ich jetzt links?" wie gemeint? Aber zu Ihrer Orientierung: Ja, Sie sind links. Und nicht liberal, damit passen Sie ja auch perfekt in Lindners Partei (Sein Verhalten Herrn Schäffler gegenüber spricht Bände).
                                                                    Um der Frage vorzubeugen: ja, ich schreibe tatsächlich anonym, get over it.
                                                                      • Avatar
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                                                                        Zu 3.) Entschuldigung, aber Sie betreiben hier Sprachklitterung. "Rechts"
                                                                        hat mit Intoleranz und Nationalismus genauso wenig was zu tun, wie 
                                                                        man "Links" aus der Hüfte heraus mit der Planwirtschaft oder der Diktatur
                                                                        des Proletariats zusammenbatschen kann. "Rechtsextrem", bzw. 
                                                                        "Rechtsradikal" sind hier die Begriffe, die besser zum Nationalismus und 
                                                                        der Intoleranz passen, wobei übrigens AUCH Linke intolerant und 
                                                                        nationalistisch sein können(Siehe Syriza/Griechenland)
                                                                        MfG,
                                                                        Martin Wessner
                                                                      • Avatar
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                                                                        "Ich bin gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass." Den Satz unterschreibe ich ebenfalls gerne. Trotzdem bin ich gegen den Euro und Europa in der aktuellen Ausprägung. Bin ich nun rechts (populistisch)?
                                                                        Anyway. Die Grenzen des Anstands wurden in der Tat überschritten, die mediale Inszenierung wurde bewusst aufheizend angelegt. Andererseits: Kann man heute überhaupt noch anders durchdringen?
                                                                        Was mich aber massiv stört, ist dieser absolute Anspruch des Herrn H. ("Wir haben beschlossen ..."), die moralische Überhöhung, die keinen anderen Standpunkt zulässt als den eigenen.
                                                                          • Avatar
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                                                                              • Avatar
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                                                                                Um der Frage vorzubeugen: ja, ich schreibe tatsächlich anonym, get over it.
                                                                                  • Avatar
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                                                                                    "Kein Geld für Rechts" ist natürlich ein Boykottaufruf, er hatte ja auch die entsprechenden Folgen. Mir ist nicht bekannt, das irgendjemand den Zusammenhang bestreitet. Genauso getroffen hat es auch TichysEinblick.de, ganz gewiss kein radikaler Blog und in der Wortwahl zurückhaltend.
                                                                                    Broder ist polarisierend, kein Mann der leisen Töne. Das waren auch nicht Wehner, Strauß, Schmidt, Schumacher oder Adenauer, kräftige Bilder gehören seit dem Altertum zur politischen Rede und Folklore. Wir legen heutzutage leider alles sehr auf die Goldwaage. Natürlich gehört dazu, dass sich jemand auch mal im Ton vergreift - So what???
                                                                                    Was nicht akzeptabel ist, das ist Einschüchterung und der Versuch, die wirtschaftliche Existenz des anderen aufgrund dessen politischer Meinungsäußerung zu zerstören. Das gilt (natürlich) für alle, ob rechts, links, vorne, hinten, oben oder unten. Es geht nicht nur um Meinungen, sondern auch um Menschen.
                                                                                    Und ich meine, dass Hensel aufgrund seiner Macht eine besondere Verantwortung hätte, genau wie Journalisten in den "Leitmedien" oder der ör Rundfunk. Und für mein Empfinden ist er dem nicht gerecht geworden. Ich hoffe, dass er nicht die Büchse der Pandorra geöffnet hat und derartiges Denunziantentum salonfähig wird.
                                                                                      • Avatar
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                                                                                        • Avatar
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                                                                                          Fragen Sie einen Türken, auch wenn er schon länger hier lebt und deutscher Staatsbürger ist, warum ihm seine Wurzeln trotzdem wichtig sind. Fragen Sie "meinen" Dönermann, warum es ihm wichtig ist, dass er Kurde und nicht Türke ist. Oder einen Polen, warum er Pole ist usw. – Fragen Sie, wen Sie wollen, den meisten Menschen außerhalb Deutschlands ist es nicht egal, wer sie sind, woher sie stammen, wer und was ihre Eltern und Großeltern sind bzw. waren, schon gar nicht wird ihnen egal sein, wenn sich andere über ihre Wurzeln mit unterschwelliger Herablassung äußern.
                                                                                          Warum haben so viele eigentlich für ein Problem damit, Deutscher zu sein? Ist es die Geschichte 33-45, mit der sie nichts zu tun haben möchten? Aus der man sich quasi herausstehlen will, indem man sich als "Europäer" oder gar "Weltbürger" bezeichnet? Das kann man gern auch alles sein, aber so zu tun, als habe man mit dem Ort, an dem man (und die Generationen davor) lebt, und dessen Geschichte und sonstigen Eigenheiten nichts mehr zu tun, das hat kein Format, das hat keine Größe.
                                                                                          Man kann zu diesem Land auch stehen, trotzdem es wie gesagt Schlimmes hervorgebracht hat. Merkwürdigerweise haben es oftmals gerade diejenigen, die mit Deutschland nichts am Hut haben, mit der deutschen Herkunft anderer auf einmal ganz besonders wichtig, wenn sie die Nazikeule ziehen. Da wird man als "Kartoffel" sofort wieder eingedeutscht, da wird man ja geradezu – im wahrsten Sinne des Wortes – zum Reichsbürger ernannt.
                                                                                          Das ist alles so bigott.
                                                                                            • Avatar
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                                                                                              Populismus ist in Demokratien nicht verboten. Also gibt es auch keinen Anlass diese politischen Strömungen außer mit besseren Argumenten zu bekämpfen. Und für echte Rechtsextreme und Linksextreme ist dann der staatliche Verfassungsschutz und die Polizei zuständig und nicht die deutsche Werbewirtschaft, die sich peinlicherweise anmaßt, als privater Meinungswächter -für die "richtige" Meinung natürlich- agieren zu müssen.
                                                                                              Und bitte noch eins, Herr Brunowsky: "Unbestreitbare Rechtstendenzen" sind für einen echten Demokraten in der gleichen Art und Weise hinzunehmen wie unbestreitbare Linkstendenzen. Es sei denn natürlich, dass Rechts ist für Sie etwas ist, was nicht sein darf. In einem Land, das indes nur noch Links zulässt, ist das demokratische Prinzip allerdings so wenig vorhanden, wie das marktwirtschaftliche Prinzip in einem Land voller Monopole. Der Unterschied und die Auswahl ist es nämlich, was die Demokratie und die Marktwirtschaft ausmacht.
                                                                                              Mit dem Bundeskanzler Gerhard Schröder und seiner Nachfolgerin Angela Merkel habe ich die letzten 20 Jahre akzeptieren müssen, dass die bürgerliche Mitte immer weiter nach Links gerückt ist.(Den größten Applaus bekommt unsere Bundeskanzlerin mittlerweile von den linkspopulistischen Grünen. Muss man sich mal vorstellen!) Wenn also nun jetzt die Gesellschaft willendlich!!! wieder nach Rechts rücken möchte, so heißt es dann für alle Linken halt die Zähne zusammenbeissen. Musste ich die letzten Jahre ja auch knirschend tun.
                                                                                              Ps. Habe ich Ihren letzten Satz so richtig verstanden? Darf man Ihrer Meinung nach nur noch die Volksparteien wählen? Also keine "Die Grünen", keine "Die Linke", keine "Piratenpartei" und keine "AfD" mehr?
                                                                                              MfG,
                                                                                              Martin Wessner
                                                                                                Mehr anzeigen
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                                                                                                  • Avatar
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                                                                                                    Ich habe mich immer als links-liberal verstanden, bin pro-europäisch (in dem Sinne, dass ich mir eine starke, geeinte EU wünsche), auch pro Euro (bei allen Problemen), für Flüchtlingshilfe, für Toleranz und gegen Angela Merkel. Nur stelle ich mir unter dieser Flüchtlingshilfe womöglich etwas anderes vor als Sie. Ich bin prinzipiell für "Multikulti", aber gegen Frau Merkels Einwanderungspolitik.
                                                                                                    Ich finde die Kritik, die auf den Seiten von Tichys Einblick geäußert wird, vollauf berechtigt und bin dankbar dafür, dass es diese Website und das Magazin dazu gibt. Für mich ist Tichys Einblick ein Lichtblick im medialen Einheitsbrei und auch wenn ich nicht immer alle dort vertretenen Ansichten teile, wertschätze ich die unabhängigen Meinungen, die Kritikfähigkeit und die Scharfsichtigkeit, die ich dort finde - und die ich bei vielen anderen Medien weitgehend vermisse.
                                                                                                      • Avatar
                                                                                                        Ein Artikel voller juristischer Griffelspitzerei, der die Absichten des Täters (Hensel) nicht verschleiern kann. Es geht schlicht und einfach darum, unliebigen Meinungen die ökonomische Grundlage zu entziehen. Die Relevanz für die Beschädigung einer pluralistischen Gesellschaft ist evident.
                                                                                                          • Avatar
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                                                                                                            (ausführlicher auch hier: http://www.severint.net/2016/1...
                                                                                                            viele Grüße, severin tatarczyk
                                                                                                              • Avatar
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                                                                                                                  • Avatar
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                                                                                                                      • Avatar
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                                                                                                                        Nach ihren "Maasstäben" sollte also die SED und/oder der Volksgerichtshof wieder eingeführt werden. Heiko Maas ist mit seinem Wahrheitsministerium ja schon dabei die Weichen zu stellen.
                                                                                                                        Na vielen Dank
                                                                                                                          • Avatar
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                                                                                                                            Ich will verfassungsfeindliche/gewaltbereite Rechtsradikale keinesfalls verharmlosen, aber unsere Probleme liegen woanders.
                                                                                                                            • Avatar
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                                                                                                                                • Avatar
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