Montag, 18. März 2013

Der Neustart des STERN, ein Flop

Ich habe mir den neuen Stern für einen Euro gekauft. Mit dem neuen Chefredakteur Dominik Wichmann schien ein echter Neuanfang des seit Jahren immer mehr in die Bedeutungslosigkeit absinkenden Blattes möglich. Nun habe ich die erste Ein-Euro-Ausgabe gelesen und bin enttäuscht.  Dieser Stern wird keinen Erfolg haben. Mit dem unveränderlichen Markenkern des Stern hat die erste  Neuausgabe nichts zu tun. Zwar: Der Titel ist durchaus alte Stern-Qualität: Provokativ, exklusiv.
Aber das Heft leidet unter einer schlimmen Kleinteiligkeit, die den Stern zum Häppchen-Magazin macht. Der Versuch, das Heft stärker zu personalisieren, wirkt mühsam. Jetzt herrscht wieder das Prinzip: Jeder Redakteur soll ein bisschen Platz bekommen. Fatal.
Unter Henri Nannen gab es erstklassige Bildreportagen aus der ganzen Welt. Offensichtlich will man dafür kein Geld mehr ausgeben. Stern-Reporter waren investigativ und ihre Geschichten konnten mit dem Spiegel mithalten. Der Stern war politisch, und zwar links, was nicht jeder mochte (ich auch nicht). Die Stern-Ableger dokumentieren die alten Stärken des Stern: GEO, VIEW, NEON. Diese Spin Offs haben den Stern ausgehöhlt, Die Ein-Euro-Idee ist der verzweifelte Versuch, Leser zurück zu gewinnen. Doch dafür war das Heft nicht stark genug. Wer will dann in Zukunft wieder den normalen Preis bezahlen? Diese Strategie wird scheitern. Schade.


Dienstag, 12. März 2013

Willkommen Citee Car!

Wir begrüßen als neuen Kunden Citee Car, den Discounter unter den Carsharing Anbietern. Statt von A nach B fahren die Citee Car Autos von A nach B und zurück! Und deshalb macht Citee Car das eigene Auto für viele überflüssig. Wer zweimal in der Woche zum Großeinkauf fährt, gelegentlich Freunde abholt oder mal einen Wochenendausflug machen möchte ist bei Citee Car genau richtig. Bis jetzt nur in Berlin mit 100 nagelneuen Autos, bald schon in Hamburg - und später in ganz Europa. Finanziert von Mangrove, die auch Skype finanziert haben. Geparkt und gepflegt wird das Auto vom Host in der Nachbarschaft. Der darf das Auto in der nicht genutzten Zeit kostenlos fahren. Ein unschlagbarer Preis: 1 Euro pro Stunde und 20 Cent je gefahrenem Kilometer, Mindestnutzung 2 Stunden.

Samstag, 9. März 2013

Was ist Nachhaltigkeit? Mehr als Öko!

In Deutschland ist der Begriff Nachhaltigkeit sehr stark auf Ökothemen reduziert. Anders im angelsächsischen Raum: Dort hat Nachhaltigkeit - sustainability - sehr viel mit Transparenz und Werten zu tun. Matthias Kröner, CEO der Fidor Bank AG, schickte mir dazu einen Beitrag von Marc Stoiber in Fast Company (2010). Stoiber schreibt:

"From numerous conversations with progressive bankers, one message came through clearly: consumers were asking for a closer connection between their money and their values. This consumer demand has become stronger following the banking meltdown.
Another learning was that engaging consumers in the workings of your bank is a recipe for loyalty. This learning is consistent with other areas of corporate sustainability. The closer you can bring consumers to your sustainability practices, the more they reward you.
It seemed clear that smaller banks were leading the move to transparency and sustainability. But although they were making progress, they were hampered by technology and regulation. This is to be expected, as the drive to sustainability is still a relatively new movement experiencing growing pains."

Ich glaube das hat die deutsche Finanzwirtschaft in seiner Dimension noch nicht begriffen. Weder die Versicherungen noch die Banken.

Dienstag, 5. März 2013

Ist der Ex-Bundespräsident Wulff unschuldig?

Im Spiegel ist zu lesen, dass sich die Vorwürfe gegen unseren früheren Bundespräsidenten mehr und mehr in Luft auflösen. Es ist schon ein Irrsinn, dass sich ein Dutzend Ermittler monatelang hinsetzen, um herauszufinden, ob ein Filmfinanzier namens David Groenewold eine Hotelrechnung für Herrn Wulff  übernommen hat oder nicht. Und ob er eine falsche Aussage gemacht hat oder nicht. Wulff ist zurück getreten, seine Frau ist ihm weggelaufen und einen neuen Job scheint er auch noch nicht zu haben.
Was passiert eigentlich, wenn am Schluss das Verfahren eingestellt wird? Nichts passiert dann. Spiegel und BILD werden sich nicht entschuldigen, Wulffs Frau wird nicht zu ihm zurück kehren, Apanage, Büro und Fahrer werden weiter bezahlt.
Viel Lärm um nichts? Nach allem was man vor einem Jahr lesen konnte, war der Rücktritt unumgänglich. Nur stimmte anscheinend nicht, was man lesen konnte und was alle voneinander abgeschrieben haben.
Gibt es sowas wie eine Hetzjagd, Kampagnen-Journalismus? Bewusstes Fertigmachen oder sich gegenseitig aufheizen? Ist der Medienwettbewerb jetzt so hart, dass es auf Wahrheit nicht mehr ankommt?
Müssen daraus nicht Konsequenzen gezogen werden, gerade von denen, die ständig das Wort vom "Qualitätsjournalismus" im Mund haben?

Montag, 4. März 2013

Willkommen iCjobs!


Wir begrüßen als neuen Kunden die Jobbörse iCjobs


Die noch junge Jobbörse iCjobs (www.icjobs.de) hat in den vergangenen Tagen  einen neuen Rekord bei den Online-Jobsuchmaschinen aufgestellt: An nur einem Tag wurden 50.574 neue Stellenangebote gefunden und auf www.icjobs.de veröffentlicht. Die Jobsuchmaschine konnte sich außerdem bei der laufenden Nutzerbefragung des Portals Crosspro-Research an die Spitze aller Jobsuchmaschinen im Jahr 2012 setzen. Gewertet wurden nur Jobportale mit mindestens 50 Bewertungen. Hier geht iCjobs als klarer Sieger 2012 hervor. Torsten Heissler, CEO des Unternehmens selbstbewusst: „Mit unserer semantischen Suchtechnologie bieten wir derzeit die beste und umfassendste Jobbörse.“
Insgesamt stehen den Jobsuchenden bei www.icjobs.de derzeit rund 2,3 Millionen Stellenausschreibungen zur Verfügung – und das kostenlos und ständig auf dem neuesten Stand. Damit bildet iCjobs nahezu den gesamten deutschen Arbeitsmarkt ab und ist die größte duplikatfreie Jobbörse im deutschsprachigen Raum. 

Ein Riesenvorteil auch für professionelle Personaldienstleister und Headhunter: Sie können mit dem Akquisetool iCjobsB2B ein hochwertiges Service-Paket buchen, das Ihnen mit neuester Technologie hilft, ihren Personalbedarf mit den gefundenen neuen Stellenangeboten laufend und stets aktuell abzugleichen („matchen“).  Dieses Tool ist bereits in über 400 Filialen bei großen Personaldienstleistern/-beratern im Einsatz und gilt als modernstes Akquise-Tool auf dem Markt. Durch eine semantische Lösung unterstützt das Tool verschiedene Vertriebsstrategien, wie z.B. eine intelligente Unternehmenssuche zur Kundenbeobachtung, eine Matchinglösung um passgenaue Einsatzunternehmen der Bewerber zu finden oder aber auch eine Konkurrenzanalyse, um den eigenen Wettbewerb nicht aus den Augen zu verlieren.

Samstag, 2. März 2013

Milliarden sind alternativlos

Wolfram Weimer hat den 50 Jahre alten "Wirtschaftskurier" gekauft. Gerne folge ich seiner Bitte, künftig Kolumnen für diese Zeitung zu schreiben. Hier meine erste in der soeben erschienen Ausgabe:


Milliarden sind alternativlos 

Die Gesellschaft für deutsche Sprache kürt jedes Jahr das Wort des Jahres. Zum Beispiel „Rettungsroutine“ (2012), „Stresstest“ (2011) und „Wutbürger“ (2010).  Mein Vorschlag für 2013 wäre das Wort „Milliarden“. Die täglichen Nachrichten kommen ohne dieses Wort ja nicht mehr aus. Exxon verdient 45 Milliarden Euro. Der ESM garantiert die Rettung von Staaten mit 700 Milliarden Euro.
Apple gewinnt 11 Milliarden. Warren Buffet kauft für 12 Milliarden Heinz Ketchup. Der Asteroid "2012 DA14", der Mitte Februar die Erde ziemlich knapp passierte, soll 195 Milliarden Dollar wert sein. 4, 2 Milliarden soll jetzt offiziellen Angaben zufolge der neue Berliner Flughafen kosten, doppelt soviel wie geplant. Experten schätzen, dass es am Schluss 10 Milliarden werden.

Und nicht zu vergessen die Forbes-Liste mit den reichsten Menschen der Welt. Es führt derzeit der Mexikaner Carlos Slim Helu mit einem Vermögen von 69 Milliarden US-Dollar. Haben Sie den Namen schon mal gehört? Ich nicht. Aber die Milliarden. Wow. Wie macht man so viele Milliarden in Mexiko, dem Land der Drogenkriege??

Na und, was ist das Problem, fragen Sie sich als braver Steuerzahler? Sie und die andern deutschen Steuerzahler haben allein 2012 immerhin rund 600 Milliarden Steuern gezahlt.

Das Problem ist: man kann sich an die Milliarden gewöhnen. Und das wiederum ist gefährlich. Über Milliarden zu entscheiden verführt zu Fehlern, ganz besonders wenn es nicht das eigene Geld ist wie bei Beamten und Politikern. Große Zahlen haben eine eigene Attraktivität. Man kennt das als Unternehmer. Einen kleinen Kredit zu bekommen ist manchmal schwerer als einen großen Kredit. Je höher der Betrag, desto vermeintlich wichtiger die eigene Bedeutung. Politiker, die darüber entscheiden, ob sie mit 100 Milliarden Banken retten oder für wenige Milliarden Kindergartenplätze schaffen wollen, werden sich dadurch natürlich für die Banken entscheiden, da steht ja viel mehr auf dem Spiel, systemisch und so. Ein Kindergartenplatz kostet pro Jahr 15.000 Euro. 100.000 Kindergarten plätze wären dann 1,5 Milliarden. Die Rettung der Hypo Real Estate Bank kostete weit über 100 Milliarden Euro. Milliarden können sich ohne Inflation inflationieren, darauf müssen wir aufpassen. Sie verselbständigen sich sozusagen, werden umso alternativloser, je höher sie sind.

P.S. Am 2.Dezember 1923 kostete eine Straßenbahnfahrt 50 Milliarden Reichsmark.