Freitag, 31. Mai 2013

Wenn es am Wochenende weiter regnet...

dann empfehle ich die Gelassenheit unseres Hundes "Shorty".



Donnerstag, 30. Mai 2013

Der neue Intendant des WDR


Heute lese ich überraschendes im Kress Report: Der künftige Intendant des größten ARD-Senders WDR, Tom Buhro, outet sich vorab als besonders menschlicher Chef: "Ich will ein Intendant zum Anfassen sein", versprach der 54-Jährige in der Pressekonferenz des Rundfunkrats in Köln.
Ich finde das witzig.
Denn wer möchte Herrn Buhro wirklich anfassen? Und vom wem möchte der 54jährige angefasst werden? Braucht er täglich einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter? Möchte er viele Hände schütteln? Nein, er will "nach innen und außen Brücken bauen" und viel reisen. Aha. Und dabei dann ein Intendant zum Anfassen sein. 
Der Gebrauch von sprachlichen Bildern gelingt eben nicht immer. 
Viel Spaß also beim Anfassen und Brücken bauen, lieber Herr Buhro. Ich bin gespannt, wie Sie das in der Praxis umsetzen werden.
Dazu ein Tipp: Wenn Sie unsere Fernsehsteuern im größten ARD-Apparat mit 4000 Mitarbeitern und tausenden Pensionären verwalten, sollten Sie vor allem das Budget von 1 Milliarde Euro anfassen, das der WDR jährlich ausgibt.



Mittwoch, 29. Mai 2013

Gehälter brutto und netto

Ich bin nun seit 11 Jahren unternehmerisch tätig, und trotzdem kann ich mich immer noch darüber aufregen, was Finanzamt und Sozialversicherungen vom Lohn einbehalten. Ein fiktives, aber korrekt gerechnetes Beispiel:

Bruttolohn        2.800,00 €. Davon gehen ab:
Lohnsteuer        - 704,18 (Steuerklasse 1)
Kirchensteuer:    - 60,53
Soli:                     - 36,99
Krankenkasse:   - 229,60 ( Arbeitnehmeranteil)
Rentenvers.:      - 264,60
Arbeitslosenv.:    - 42,00
Pflegevers.:          - 35,70

Von 2.800 € brutto werden  insgesamt 1.457,92 € ausgezahlt.
Dass der Arbeitnehmer Steuerklasse eins nehmen muss, ist mir egal. Ich weiß, dass das im Rahmen des Ehegattensplittings mit den Steuern des besser verdienenden Partners verrechnet wird. Für den Arbeitnehmer bleibt das Gefühl, dass ihm der Staat die Hälfte seines Einkommens abknöpft. Ohne Spitzensteuersatz. Und gleichzeitig riesigen Überschüssen der Krankenkassen. Das ist krank. Und da wollen die Grünen noch höhere Steuern??

P.S. Der Arbeitgeber zahlt dann auch noch 571 € an die Sozialversicherungen.

Sonntag, 26. Mai 2013

Abwesenheits-Emails: Öffnungszeiten werden privatisiert

Wenn der verdiente Urlaub kommt, hat so mancher das Gefühl, die Abwesenheit mitteilen zu müssen. Man will es als höfliche Geste verstanden wissen. "Vom 27.5. bis zum 31.5. bin ich im Urlaub. Mails werden in dieser Zeit nicht beantwortet". Oder  nicht gelesen. Oder gar nicht gelesen. Und manchmal: "In dringenden Fällen wenden Sie sich an....".
Da nun jedermann weiß, dass die Emails bei Smartphones jederzeit gelesen werden können - wer hat heute kein emailfähiges Smartphone? Und wer lässt seine Emails während des Urlaubs konsequent ungelesen?  - ist klar, was diese Botschaft bedeutet: "Ich mache Urlaub, nerven Sie mich nicht mit Emails. Beachten Sie gefälligst meine Öffnungszeiten." Und das findet mein vollstes Verständnis. Es handelt sich um eine Rettungsaktion zugunsten eines Privatlebens. Öffnungszeiten werden sozusagen privatisiert. So klingt dann die Abwesenheitsmitteilung fast wie ein Hilfeschrei, der tiefes Mitleid auslöst.
Wenn man weiß, dass beispielsweise Journalisten laut einer Studie im Durchschnitt  nur elf Minuten ohne Unterbrechung arbeiten können, darunter von vielen Emails gestört, dann gönne ich gerade diesem Berufsstand einen emailfreien Urlaub. Gerade mit Familie.
Der permanent rot blinkende Blackberry ist der größte Feind jeder Beziehung. Und zuhause lassen will man das Gerät nun auch wieder nicht. Dafür nerven dann die eigenen Kinder, weil sie in die schönsten Urlaubsziele nur mitfahren, wenn Wlan sicher gestellt ist und sie von morgens bis abends per Facebook oder via WhatsApp kommunizieren können. Seufz.






Donnerstag, 23. Mai 2013

Das neue Titelbild - und frühere.


Die neue Ausgabe der „Capital“: Sie geht mit einem hohen Anspruch an den Start

Bewertung des neuen "CAPITAL"

Heute halte ich das neue CAPITAL in den Händen. Meine Vermutung, dass es ein "Wirtschafts-Stern" wird, hat sich bestätigt.
Nur, dass Capital besser ist, als der gegenwärtige Stern, vor allem was die Opulenz der Fotos betrifft, hätte ich nicht erwartet.
Capital hat die Vergangenheit vollkommen hinter sich gelassen. Vielleicht muss man das tun, um sich in diesem schwierigen Markt noch zu behaupten. Mit Johannes Gross und Andre Kostolany hat das Heft allerdings nichts mehr zu tun, auch wenn Chefredakteur Horst von Buttlar das Gründungsmotto beschwört: "Das Wirtschaftliche menschlich, das Menschliche wirtschaftlich erklären".  Denn das war nie der Markenkern des Magazins (siehe meine Kolumne weiter unten). Dieses Gründungsmotto hat Capital in Wahrheit auch nie konsequent umgesetzt. Nunmehr, mehr als 50 Jahre nach der Gründung, findet diese Umsetzung tatsächlich statt - und führt zu einem attraktiven Heft. Jetzt kommt es darauf an, dass die Leser diesen Ansatz kaufen. 7,50 Euro ist ein stolzer Preis. Junge Leserinnen und Leser wird man damit nicht holen, dafür möglicherweise kaufkräftige Entscheider in den 40igern.
Zweifellos ein guter Wurf: Diese Neupositionierung wirkt eigenständig im Umfeld der Wirtschaftsmagazine. Das ist weder Manager Magazin noch Brandeins noch Wirtschaftswoche.

Das Layout belegt, dass Gruner+Jahr in dieses Magazin  investieren will, hoffentlich mit Durchhaltevermögen. Glückwunsch an die Art Directorin  Maja Nieveler.
Zu einzelnen Geschichten:
Das Layout-Lob gilt auch für die Gestaltung des Geldteils. Sehr ansprechend. Nicht für die meisten Texte dort, die mich schrecklich langweilen, was vielleicht auch den Themen liegt. An denen ist nichts originelles. Austauschbar mit jedem Text in anderen Geldmagazinen. Dass Rentenversicherungen intransparent sind - gähn. Bauherren sollten sich niedrige Zinsen sichern- gähn. Wenn Manager Aktien kaufen - bekannt. Warum nicht konsequent auch hier auf Geschichten setzen?
Die Titelgeschichte ist mutig: Chinesen kaufen deutsche Firmen. Chinesen menschlich gesehen. Hmm. Schön fotografiert, schön geschrieben, aber wie relevant? Ich hätte die Geschichte über reiche Steuerhinterzieher als Hauptthema auf den Titel genommen. Diese Geschichte interessiert jeden Capital-Leser. Inhaltlich mag ich allerdings nicht, dass der nordrhein-westfälische Finanzminister Borjahns als toller Steuerjäger gefeiert wird. Ich halte diesen SPD-Politiker für einen profilsüchtigen Rechtsbrecher, der mit dem Kauf von gestohlenen CDs Schweizer Recht verletzt hat und damit wohl gerne von seinem Haushaltsdesaster ablenken möchte. Ansichtssache.
Das Interview mit Robert Mundell zum Euro ist lesenswert. Stärkt die ökonomische Kompetenz des Blattes.
China, Japan, Frankreich, Irland, Finnland - ein bisschen viel Ausland, finde ich.
Hayek vs. Keynes: Nicht wirklich witzig, Hat mich gelangweilt.
Der Straßenökonom? Wiederum sehr banal. Imbissbude erforscht Currywurst. Naja.
Schön, dass "Leben" einen Platz hat. Ein Durchweg gelungener Teil für den Sonntagnachmittag - Leser in Köln-Marienburg.
Dennoch: alles in allem: Ein Heft mit vielen positiven Überraschungen, zu dem man Horst von Buttlar gratulieren kann. Aber tun kann man da noch einiges.
Der hohe Preis wird nicht helfen, die Auflage zu steigern. Für die wenigen, die noch Printanzeigen schalten, bietet das neue Capital in jedem Fall ein sehr gutes, modernes Umfeld. Hoffen wir, dass nicht zu viele Anzeigen kommen, damit dieses schöne Layout genug Platz für opulente redaktionelle Fotostrecken behält.





Samstag, 18. Mai 2013

Das neue Capital

In wenigen Tagen erscheint das neue CAPITAL unter der Ägide des neuen Chefredakteurs Horst von Buttlar. Herausgeber ist der frühere Stern-Chefredakteur Andreas Petzold. Ich konnte mir das Titelbild und einige Seiten ansehen. Natürlich werde ich mir erst das nun in Berlin produzierte Heft ansehen, bevor ich mir ein Urteil anmaße.
Buttlars anspruchsvolles Motto ist: "Wir wollen Wirtschaft durchdringen, nicht darüber berichten."
Unter dem Capital-Logo auf der Titelseite steht: "Wirtschaft ist Gesellschaft". Titelstory ist "Willkommen in Deutschland". Es geht darum, wie Chinesen in Deutschland investieren. Schönes Thema, aber Titelgeschichte für Capital? Der Geldteil heisst "Capital Invest" und macht mit einer Exklusiv-Studie zum Thema Rentenversicherungen auf.
Mein erster Eindruck ist: Capital wird ein gut bebildertes Story-Magazin. Das ist journalistisch nachvollziehbar, ist aber eine Neupositionierung. Der von mir beschriebene Markenkern (siehe früheren Blog) ist nicht mehr erkennbar, soweit ich das bislang beurteilen kann. Das neue Layout ist aber ein guter Wurf. Art Direktorin Maja Nieveler hat einen guten Job gemacht. Gefällt mir. Fotos sollen künftig eine wichtigere Rolle spielen.
Bin jetzt gespannt auf das Heft nächste Woche.


Mittwoch, 15. Mai 2013

Schröpfung des Mittelstands

Meine Kolumne "Steuern und Umfrage", die heute am 15.Mai von Focus online veröffentlicht wurde hatte eine extrem positive Reaktion. HIER klicken. Rund 50 000 Seitenaufrufe von 35 000 Lesern  83 fünf-Sterne-Bewertungen und etwa 125 fast nur positive Kommentare bis heute. Das zeigt mir, wie brisant die von den Grünen beschlossenen Steuererhöhungen für den Fall eines Wahlsiegs von Rot-Grün sind.
Wir brauchen eine Kampagne gegen die Schröpfung des Mittelstands. Wann wachen die Medien endlich auf?

Dienstag, 14. Mai 2013

Geldanlage 2013

ich habe seit einigen Monaten ein neues Hobby: Seit mir Gabor Steingart "Wikifolio" empfahl, ein Portal, an dem sich der Handelsblattverlag mit 30% beteiligt hat, bin ich wieder ganz heiß auf die Börse. Mich interessiert einfach die Demokratisierung der Geldanlage, die wir jetzt erleben. Bei Wikifolio kann man ohne Kosten ein Depot eröffnen, es testen, ohne dass die Community es sieht, es dann publizieren und schließlich mit eigener Wertpapiernummer investierbar machen.
Nun haben wir gerade eine gut laufende Börse, bei der man mit Aktien nicht viel falsch machen kann. Dass ich in drei Monaten mit meinem besten Depot 5,9 Prozent plus gemacht habe, nehme ich deshalb nicht wichtig. Aber ich finde es schon faszinierend, dass jetzt Leute meiner Anlagestrategie folgen und in sie investieren können.
Einer meiner Kunden ist die Fidor Bank in München, über die heute die FAZ ausführlich berichtete. Hier klicken. Ihr Chef Matthias Kröner fragt sich zum Beispiel, warum die klassischen Banken komplett das Paypal-Geschäft (weltweit 150 Millionen Kunden) verschlafen haben. Und warum keine Bank, auch nicht die Onlinebanken, sich von ihren Kunden im Internet bewerten lassen.
Wenn man sieht, was die Banken alles außer Paypal sonst noch verschlafen, dann muss man die Bankenkrise ganz neu definieren: Welch Bank bietet Schwarmfinanzierung? Bei welcher Bank können sich die Leute gegenseitig Geld leihen? Bei welcher Bank entwickeln die Kunden die Produkte mit?
Bei welcher Bank kann ich per Email oder SMS Geld überweisen?
Das alles sind umwerfende Perspektiven, die ich gespannt verfolge.

Sonntag, 12. Mai 2013

Steuererhöhungen und Umfragen

Es herrscht eine seltsame Schüchternheit in den deutschen Medien, was Steuern betrifft. Dabei sehen die Journalisten doch selbst auf ihren Gehaltsabrechnungen, was ihnen Staat und Sozialversicherungen jeden Monat abknöpfen. Nicht gerechnet die in jedem Einkauf enthaltenen Verbrauchssteuern inklusive Mehrwertsteuer. Oder KFZ-Steuern, Flugsteuern, Stromsteuern, kommunale Abgaben usw.
Das alles wäre vielleicht zu ertragen, wenn man das Gefühl hätte, dass der Staat mit dem eingenommenen Geld sparsam und verantwortungsbewusst umgehen würde. Leider ist dem nicht so. Überflüssige Behörden, Misswirtschaft (Elbharmonie, Berliner Flughafen, Nürburgring), Bankenrettung mit Steuergeldern, und gleichzeitig zu wenig Kitaplätze, schlecht ausgestattete Schulen und Universitäten.
Vor ein paar Tagen besuchte ich ein früher gut gefülltes Landgasthaus im Rheinhessischen. Ich war der einzige Gast. Der Besitzer steht kurz vor dem Aus. Das schlechte Wetter ist nicht der alleinige Grund für die leeren Tische, die er seit Monaten registriert. "Viele Leute sparen, weil sie immer weniger netto in der Kasse haben", so der Besitzer. "Ich hangele mich nur noch von Stundung zu Stundung, so sitzt mir das Finanzamt im Nacken". Ich höre von vielen Kleingewerbetreibenden, besonders auch im Einzelhandel, die mit dem Rücken an der Wand stehen und auf die Finanzämter schlecht zu sprechen sind. Höhere Steuern betreffen sie gleich doppelt: Persönlich aber auch durch weniger Kaufkraft ihrer Kunden.
Ralph Bollmann, früher Politik-Redakteur der linken "Tageszeitung" TAZ und jetzt bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung stellte kürzlich in der der FAS die richtige Frage, ob es stimmt, dass wir alle höhere Steuern zahlen wollen, wie Umfragen suggerieren.
Bollmann weist nach: "Die Leute denken, dass die höheren Steuern nur andere betreffen". Diesen fatalen Irrtum werden viele rot-grün-Wähler erst bemerken, wenn das Steuerprogramm der Grünen Realität werden sollte.
Das ist eine generelle Schwäche der Medien um Umgang mit Umfragen. Natürlich stimmt die Mehrheit der Frage zu, ob man die Steuern für höhere Einkommen erhöhen soll. Überdurchschnittliche Einkommen sind nun mal in der Minderheit. Die Hälfte der Bevölkerung besteht aus Nichtsteuerzahlern und Transferempfängern, werden aber in den Durchschnitt mit einbezogen.
Fragt man diese, ob man den "Reichen" was wegnehmen soll, na, welche Überraschung ist denn da zu erwarten?
Leider wird in Deutschland am liebsten über soziale Ungerechtigkeit doziert, weniger über die Funktion, die sogenannte Besserverdienende in einer Gesellschaft ausüben.

  • Wer spricht darüber, wie viel Arbeitsplätze die besserverdienenden Kleinunternehmer und Freiberufler schaffen und sichern? 
  • Wer spricht über die Ausbildungsplätze, die besserverdienende Handwerker schaffen und uns in Europa den niedrigsten Stand von Jugendarbeitslosigkeit verschaffen?
  • Wer spricht darüber, was besserverdienende Ingenieure  erfinden, um die Wirtschaft wettbewerbsfähig zu halten? 
  • Wer redet darüber, wie viel Sozialabgaben besserverdienende Mittelständler abführen und damit die Hälfte von Krankenversicherung und Rente finanzieren?  

Verantwortliche Mittelstandspolitik darf die Steuerbelastung nicht überdrehen. Sonst kann es mit unserem Land ganz schnell bergab gehen. Man kann dieses Feld auch nicht allein der FDP überlassen, dieses Thema geht alle Parteien an.

Montag, 6. Mai 2013

Konzern sucht Wirtschaftsjournalisten

...aus gegebenem Anlass heute einmal 2 interessante Stellenangebote an meine Leser. Ein großer Konzern sucht zwei textsichere, berufserfahrene Führungskräfte für Kommunikationsaufgaben. Die Stellen sind nicht öffentlich ausgeschrieben.
Alter um die 40. Interessenten/innen können aus dem PR-Bereich kommen, aber auch qualifizierte Wirtschafts- oder Finanzjournalisten kommen dafür in Frage. FTD ist z.B. eine gute Referenz.
Die eine Stelle betrifft die interne Kommunikation. Die andere betrifft globale Kommunikation. Beides hochspannende Aufgaben. Fließendes Englisch unabdingbar. Nichts für Berufsanfänger.
Kontaktieren Sie mich per email (brunowsky@brunomedia.de) , wenn Sie sich dafür geeignet fühlen. Diskretion wird zugesichert!