Mittwoch, 31. Juli 2013

Zur Abberufung von Arno Balzer vom Manager Magazin

Gerd Schulte Hillen, der legendäre frühere Vorstandsvorsitzende von Gruner+Jahr, hat einmal in einer Runde von Chefredakteuren launig ausgerufen: "Nach zehn Jahren muss jeder Chefredakteur ausgetauscht werden." Das ist mir passiert. Und jetzt auch Arno Balzer, von dessen Abberufung heute im Kress-Report zu lesen war.
Ich kenne Arno gut, war er doch in den achtziger Jahren bei der Wirtschaftswoche in meinem Ressort "Wirtschaft und Politik" zusammen mit anderen, die es zum Chefredakteur brachten: Roland Tichy, Bernd Ziesemer, Gabor Steingart (damals noch Volontär). Auch Emilio Galli Zugaro, der oberste Kommunikations-Strippenzieher bei der Allianz, war in diesem Ressort als Korrespondent.
Das Manager Magazin gehört zum Spiegel-Verlag. Indirekt ist auch Gruner+Jahr beteiligt.
Arno Balzer war damals Wolfgang Kaden nachgefolgt, der das Blatt viele Jahre erfolgreich geführt hatte. Balzers Verdienst es, das Blatt bislang mit ruhiger Hand durch die Krise der Wirtschaftspresse geführt zu haben, ohne den Markenkern zu beschädigen. MM hatte der Versuchung widerstanden, den Börsenhype zu nutzen und deshalb kaum Auflage verloren, als es mit der Börse abwärts ging. Der promovierte Volkswirt Balzer hat sich publizistisch zurück gehalten. Ein Fehler wie ich meine, Chefredakteure sollten ihre Meinung konsequent nach außen vertreten. Dennoch: Die Geschichten sind wie eh und je lesenswert, auch wenn die Schlüssellochperspektive den Betroffenen nie gefiel. Manager mögen MM nicht wirklich. Dafür ist das Blatt bei den Unternehmensberatern stets hoch im Kurs. Von dort kommt auch manch exklusive Information.
Der MM-eigene Schreibstil ist meist gut mit Humor gewürzt, Häme zwischen den Zeilen eingeschlossen. Journalisten wie Klaus Boldt liest man, weil sie nicht nur informativ sind, sondern auch Lesespaß bringen - was die meisten Wirtschaftsjournalisten nicht beherrschen. Jeder Einstieg von Boldt ist zelebriert und die Schlusspointe fehlt nie. Der Unterhaltungswert der investigativen Geschichten ist bei MM nach wie vor hoch.
Doch die dramatischen Anzeigeneinbrüche seit einigen Jahren haben auch dieses Wirtschaftsmagazin stark getroffen. Das erste Halbjahr muss eine Katastrophe gewesen sein.
Jetzt stellt sich die Frage, wie das Blatt noch Geld verdienen kann. Was ist die Perspektive? Das Problem ist, dass MM allein nicht stark genug ist, die Anzeigenkrise der Wirtschaftsmagazine finanziell zu überstehen. Wachstum wäre im Ausland möglich, doch Auslandsaktivitäten hat der Verlag versäumt. Neugründungen hat es keine gegeben, was wohl am Redaktionsstatut des Spiegel-Verlages und seiner MM-Tochter liegt. Die Spiegel-Mitarbeiterschaft kennt nur den Spiegel, und sonst nichts.
MM hat kaum Nebeneinnahmen. Der Harvard Manager ist wohl profitabel, reißt es aber auch nicht. MM-Online gehört als Teil von Spiegel-Online immerhin zu den gefragten Nachrichtenportalen, ist aber auch nicht im Spitzenfeld. Karsten Stumm macht dort einen guten Job.
Veranstaltungen gibt es, aber meines Wissens keine, die wie beim Handelsblatt richtig Geld bringen.
Ein neuer Chefredakteur wird wenig ausrichten können, wenn dem Verlag letztlich das Geld für Investitionen fehlt.
Vor einigen Jahren hatte ich ein Treffen mit dem damaligen Spiegel-Geschäftsführer Karl Dietrich Seikel. Ich hatte ihm vorgeschlagen, mit Hilfe eines Finanzinvestors die FTD und Capital zu übernehmen und daraus einen von MM geführten neuen Wirtschaftsverlag unter dem Dach des Spiegelveralges zu formen. Der Spiegel hätte Vertrieb und Anzeigenverkauf übernommen, der Finanzinvestor hätte den Deal finanziert und Gruner+Jahr hätte einen eleganten Weg gefunden, die defizitäre FTD loszuwerden - ohne die Beteiligung am Spiegel aufzugeben und somit indirekt weiter beteiligt zu sein. G+J hätte Impulse und Börse Online verkauft. Die FTD hätte der Finanzinvestor nach einer Weile an die Handelsblatt-Gruppe verkauft. Im Gegenzug hätte der Verlag die Wirtschaftswoche hereingenommen. Mit MM, Capital und Wiwo und mit der Vertriebs- und Anzeigenpower des Spiegel-Verlages wären die Zukunftsaussichten heute für alle drei Blätter wohl besser.
Es gab dann auch wohl Gespräche zwischen Holtzbrinck und G+J, die aber bekanntlich ohne Ergebnis blieben. Nun bin ich gespannt, wie lange MM, Capital und Wirtschaftswoche noch ohne weitere Einschnitte durchhalten. Es wäre uns allen zu wünschen, dass diese Medien mit ihren hervorragenden Journalisten durchhalten. Allen dreien ist zu empfehlen, Nebengeschäfte massiv auszubauen und den digitalen Bereich zu modernisieren: Insbesondere mehr bewegte Bilder, mehr Interaktion mit den Usern, mehr Einbeziehung von Blogs.




Dienstag, 30. Juli 2013

Alpha-Tiere in Konzernen

Vor langer Zeit gab es einmal die Deutschland AG. Sie hatte den Zweck, die Perlen der deutschen Industrie vor unerwünschter Einmischung aus dem Ausland zu schützen. Damals war das Wort Hedgefonds nur wenigen bekannt. In Deutschland gab es weder Private Equity noch die Einmischung von großen Fondsgesellschaften in die Unternehmenspolitik. Die Deutsche Telekom war noch eine Abteilung des Postministeriums. Aufsichtsräte waren vor allem schöne Posten. Wirkliche Kontrolle ging von ihnen nicht aus, jedoch dienten sie vor allem der Personalpolitik. Man traf sich in Baden-Baden in Oetkers Brennerschem Parkhotel, bei den Salzburger Festspielen und in Bayreuth zu den Wagner-Festspielen. Begehrt war auch ein Wochenende in Glyndebourne, dem Opernhaus auf der grünen Wiese, 50 Meilen südlich von London, wo die größten Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Claudio Abbado oder Kurt Masur den Ehefrauen etwas Abwechslung brachte, und in der Pause zwei Stunden Picknick auf der grünen Wiese mit Kaviar und Champagner angesagt waren. Die Medien waren meist außen vor, man war unter sich, und regelte, was zu regeln war.
Die Alpha-Tiere von damals waren ein Closed Shop. Am stärksten ausgeprägt im Ruhrgebiet, wo die sogenannten Stahlbarone das Feld beherrschten. Dienstvilla, Fahrer und Golfplatz waren die verbindenden Elemente.
Gerhard Cromme ist in der Deutschland AG aufgewachsen, musste aber gleichzeitig den Wandel einer Industriegesellschaft miterleben, in der Internetbuden mehr wert sind als gediegene Stahlkonzerne, in der das Mauscheln hinter verschlossenen Türen nicht mehr funktioniert. Unwürdige Abgänge wie die von Pierer, Löscher, Schulz und anderen waren in den achtziger Jahren kaum denkbar. Man erinnert sich aber auch nicht an derart große Desaster wie sie Thyssen in Brasilien, Bosch mit dem Solarengagement oder Siemens mit Korruption, Windparks, Zügen und Kernkraft vorgeführt haben.
Das Doppelinterview von Löscher und Theisen (mit der Forderung nach einer Umkehr der Energiewende)  im Handelsblatt hat uns vorgeführt, wie Topmanager denken. Nur, anders als früher, die Rolle rückwärts funktioniert nicht mehr. Der Einfluss der Wirtschaftsriesen auf die Politik ist stark geschrumpft. Auch wenn die Kanzlerin Reden vor dem Bundesverband der Deutschen Industrie hält: Dessen Einfluss auf politische Entwicklungen geht gegen Null.
Jedes Unternehmen braucht eine starke Führung. Je mehr Intrigen und Indiskretionen nach außen dringen, desto schlechter steht es um den ganzen Laden. Einen Konzern mit 430 000 Mitarbeitern zu steuern, funktioniert nur mit eine charismatischen Persönlichkeit, die motiviert, Interessen zusammenbindet, dem Management zuhört und klare Ziele umsetzt. Den Finanzvorstand Kaeser zum neuen Chef auszurufen, ist ein einfallsloser Fehler, der nur als Übergang taugt. Siemens braucht eine neue Unternehmenskultur. Und nicht nur Siemens. In vielen großen Unternehmen ist Umbruch angesagt. Führen muss neu gelernt werden.





Donnerstag, 25. Juli 2013

Döpfners waghalsiger Schritt

Die Nachrichten aus Berlin sind schon ein Hammer. Mit dem Verkauf von Hamburger Abendblatt, Berliner Morgenpost und HÖRZU durchschlägt mein früherer Praktikant Mathias Döpfner einen gordischen Knoten, um den Konzern endgültig neu auszurichten. Er leiht der Funke Familie Geld, um drei Traditionsblätter mit Anstand loszuwerden und den Weg für einen durchdigitalisierten Konzern freizumachen.

Um das zu verstehen, muss man einen Blick in die Vergangenheit werfen.
Die Berliner Morgenpost war meine erste journalistische Station. Am 1.11.1977 begann ich dort mein Volontariat. Als ich dort anfing, waren die 68er Straßenschlachten, der Mord an Benno Ohnesorg durch den Polizisten Kurrat, der sich später als Stasi-Mitarbeiter herausstellte, längst vorbei.

Doch die Berliner Morgenpost blieb weiterhin so etwas wie eine Speerspitze gegen das Unrechtssystem der DDR. Mein damaliger Kollege Michael Ludwig Müller - von der linken Szene als "Springer-Müller" gehasst, schrieb fast täglich mutig gegen die linksextremen Entwicklungen an den Berliner Universitäten an. In seinem kürzlich erschienenen Buch "Die DDR war immer dabei" hat er noch einmal nachgezeichnet, wie die Stasi in der linken Studentenszene mitgemischt hat. Manch 68er verklärt heute gern, was damals zu den Ursprüngen der RAF gehörte. Man erinnert sich an brennende Auslieferungswagen der Bildzeitung, wilde Straßenschlachten, Anschläge und mehr. Und immer wieder an Menschen, die wie Peter Fechter im Feuerhagel der Vopos in den Stacheldrähten verbluteten.
Axel Springers Haus in der Kochstraße, direkt an der Mauer, war ein Bollwerk gegen alle Versuche der DDR, West-Berlin einzuschüchtern. Die Springer-Medien, auch Welt und Bildzeitung, waren so gesehen tatsächlich Kampfmedien eines kalten Krieges. Zugleich waren sie die intensivsten Mitstreiter für eine Aussöhnung mit dem jüdischen Volk und Israel. Jeder Redakteur muss bis heute in seinem Arbeitsvertrag unterschreiben, das Existenzrecht Israels anzuerkennen.
Dafür wurden Springer-Journalisten beschimpft und gehasst, aber sie haben den Menschen im Osten - genauso wie Gerhard Löwenthal im ZDF - immer die Hoffnung auf Freiheit gegeben. 1989 wurde diese Hoffnung spektakuläre Realität. Alle Medien, die das Regime umschmeichelt hatten, zum Beispiel nachweislich Theo Sommer als damaliger Chefredakteur der ZEIT, schwenkten plötzlich um. Springer brauchte nicht umzuschwenken, der Verleger hatte immer auf die richtige Perspektive gesetzt.

Das Hamburger Abendblatt wiederum war im Hause Springer immer die erste Adresse für exzellenten Lokaljournalismus. Wer es dort zum Chefredakteur brachte, war Vorbild für das ganze Haus. Und die Hörzu schließlich mit ihrer "Goldenen Kamera" - dem damals begehrtesten Fernsehpreis - brachte den, wenn auch leicht angestaubten Gala-Flair in eine Stadt, die viele für eine sterbende hielten. Ich erinnere mich an den letzten Artikel, den Hans-Ulrich Jörges Mitte der achtziger Jahre als Korrespondent der Agentur Reuters geschrieben hat. Er hatte genau diese Überschrift: "Berlin - eine sterbende Stadt".

Mathias Döpfner hat diese Vergangenheit jetzt verkauft. Das ist sicherlich keine gute Nachricht für die betroffenen Redaktionen, denn wo verkauft wird, fallen Späne. Wenn alles im Lot wäre, bräuchte man nicht zu verkaufen. Also geht es wieder um Synergien, Kosteneinsparungen und Entlassungen.

Wir sehen bei Holtzbrinck, dass sich der Kauf von Printmedien durchaus lohnen kann. Was aber in allen Printmedien fehlt - wir lassen das Beispiel Landlust mal beiseite - ist die Wachstumsperspektive. Ein regionaler Verleger, der nicht die ganzen Overheadkosten eines Konzerns mitschleppen muss, kann heute immer noch sein Auskommen mit einer guten Regionalzeitung haben. Und die ZEIT hat einen Aufschwung völlig gegen den Trend geschafft.
Der Megatrend läuft jedoch dagegen. Das hat Döpfner erkannt. Sein früherer Chef Gerd Schulte-Hillen hatte ihm einmal den Rat gegeben: "Wenn sie eine Erkenntnis haben, müssen Sie auch handeln." Das hat Döpfner jetzt getan, nicht ohne seine Besten zuvor noch mal nach Silicon Valley zu schicken. Die sind von dort offensichtlich restlos überzeugt zurück gekommen. Springer macht im digitalen Bereich schon über eine Milliarde Umsatz. Das ist eine gute Basis. Man wird sehen, ob die Bezahlmodelle für BILD und Welt funktionieren, ich habe da große Zweifel. Aber darum allein geht es nicht.
Der entscheidende Punkt ist, dass sich Medienhäuser strategisch nicht auf klassischen Journalismus beschränken dürfen. Ein Medienhaus definiert sich heute anders. Immobilienportale, Holiday-Portale und ähnliches verdienen mehr Geld als klassische Redaktionen. Die Texte der T-Online-Redaktion sind sicher kein Schwergewicht, aber natürlich auch Journalismus. Und das Anzeigenaufkommen schrumpft im Printbereich dramatisch. Content ist bei Immoscout eher Begleitmusik, aber dennoch schreiben auch hier Journalisten Texte.  Digitale Verleger und ihre Journalisten müssen eben akzeptieren, dass Blogger, Foren-Teilnehmer und alle, die ihre Fotos oder Videos ins Netz stellen, Teil ihres Konzepts sein müssen. Das Bevormundungs-Gen hat in dieser Welt ausgedient. Die Banken haben das noch nicht richtig gelernt. Aber vielleicht lernen es jetzt die Journalisten?








Montag, 22. Juli 2013

Bruno Wu und TM

Wie heute in der Süddeutschen nachzulesen, hat Thomas Middelhoff einen chinesischen Geschäftspartner gefunden, mit dem er in Medien investieren will. Der Chinese heißt mit Vornamen Bruno. Mit Nachnamen Wu.

Um jegliche Spekulationen zu vermeiden: Es handelt sich nicht um meinen Decknamen, obwohl die Buchstaben W und U in meinem Nachnamen vorkommen. Was nicht heißt, dass ich nicht gerne Wu wäre, denn der scheint ja eine Menge Kohle zu haben. 

Sehr heiß hier... :-)
Bruno

Gastkolumne: Solarwatt warnt vor der Rolle rückwärts


Im Handelsblatt hat Solarwatt-Chef Detlef Neuhaus energisch
vor der  "Rolle rückwärts" gewarnt, nachdem die Chefs von Eon und Siemens massive Korrekturen von der Regierung verlangt hatten. Der Pionier der Solarindustrie, der exklusiv mit BMW kooperiert und neuerdings den solarbetriebenen Carport für den neuen BMW i3 anbietet, hat kürzlich sein Programm auf intelligente Systeme umgestellt, die auf dezentrale Eigenversorgung ausgerichtet sind. Der Stromverbraucher wird durch regenerative Solarnutzung unabhängiger von den Netzen,spart langfristig Geld und bringt die Energiewende voran.  Detlef Neuhaus sieht die Solarwirtschaft auf gutem Wege: "Wir haben die Herausforderungen angenommen".


Die Bevölkerung steht zur Energiewende

Von Detlev Neuhaus, CEO Solarwatt

"Zwei bedeutende Wirtschaftsführer haben die Energiewende massiv in Frage gestellt. Im Handelsblatt fordern sie "grundsätzliche Korrekturen", denn die Lage sei "sehr ernst". Dieses bemerkenswerte  Interview hat in der Politik ein vergleichsweise mildes Echo gefunden. Wer will es sich schon mit den ganz Großen der Branche verderben? Tatsächlich wird hier versucht, die eigene Fehlstrategie den erneuerbaren Energien anzulasten. Dagegen möchte ich entschiedenen Widerspruch anmelden!" Die erneuerbaren Energien müssten sich dem Markt stellen“ verlangt der Eine und  baut zugleich ein Drohszenario auf, wonach steigende Strompreise quasi vorprogrammiert seien. "Verlierer sind vor allem die kleinen Kunden, die immer mehr für Energie zahlen", ergänzt  der Andere. Und zwischen den Zeilen ist überall zu lesen: Wir brauchen die Rolle rückwärts. Konstruktive Vorschläge, wie die Energiewende geschafft werden kann, fehlen leider gänzlich. 

Jahrzehntelang haben die großen Stromversorger von quasi regional monopolistischen Strukturen gelebt und wenig  für den lange geforderten Ausbau und die Sicherheit der Netze getan. Jetzt klagen sie darüber, dass sie für eine seit mehr als 10 Jahren bekannte Hinwendung zu den Erneuerbaren Energien, nichts getan haben. Und sie kritisieren massiv die Förderung der erneuerbaren Energien und ganz besonders die Photovoltaik, als den Treiber für die höhere Belastung der privaten Verbraucher und Verantwortlichen für mögliche Netzüberlastungen.  

Astronomische Summen für Kohlesubventionierung, für das bis heute ungelöste Problem der Atommüllendlagerung und den Polizeischutz der Kastortransporte sowie  inzwischen über 2.400 von der EEG-Umlage befreite Unternehmen (u.a.  Fast-Food-Unternehmen) finden in den Ausführungen leider keine Berücksichtigung. Dabei befindet sich die Solarindustrie in einem dramatischen Umstrukturierungsprozess. Sie hat sich dem Markt gestellt und einen Preisverfall bei den Modulen von rund 70% verkraftet. Viele Unternehmen stellen sich um: Weg von der Massenproduktion hin zur Systemtechnik. Die Einspeisung von selbst erzeugtem Strom ins Netz zur Erzielung einer Rendite konnte nur ein Übergangsmodell sein. Das Thema heißt nun Dezentralisierung der Stromerzeugung und des Stromverbrauchs. Die Fortschritte hier sind gewaltig. Mit den neuen Technologien können heute Häuser bis zu 80 Prozent durch den eigen erzeugten Strom versorgt werden.  Das bedeutet für den privaten Kunden weniger Stromkosten und mehr Unabhängigkeit, für den Energieversorger Netzstabilität und Netzentlastung. Und die Entwicklungen stehen gerade beim Thema Energiemanagement erst am Anfang. Kooperationen und ein konstruktives Miteinander von Solarindustrie und Energieversorgern sind hier gefragt. Ideen dafür gibt es.
Erneuerbare Energien sind inzwischen ein klarer Standortvorteil für Deutschland, denn weltweit wird immer mehr in diese Energien investiert. Zwischen April und Juni wurden laut Bloomberg weltweit 53,1 Milliarden US-Dollar  in neue Windparks, Solaranlagen oder auch in Börsengänge von Betreiberfirmen investiert, 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Und es sollte schließlich nicht vergessen werden, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter der Energiewende steht."

Mittwoch, 10. Juli 2013

Elektronische Geldbörse

Die Bildzeitung, frisch inspiriert von Kai Diekmanns Fellowship Im Silicon Valley, war begeistert: 25 Millionen US Dollar spendierten amerikanische Investoren in das Startup "Clinkle" (deutsch wie klingende Münze) für das Versprechen, "Geldbörsen zuhause zu lassen". In der New York Times hieß es begeistert: „Silicon Valley-Koryphäen wetten auf Clinkle, ein Payment-Startup“. Beeindruckt zitierte der Opinion Leader den Gründer Lukas Duplan : „Niemand hat bisher ein System entwickelt, welches den Menschen wirklich erlaubt, ihre Geldbörsen zu Hause zu lassen.“ Und: „Ich glaube nicht, dass irgendwer bisher die Nuss geknackt und eine echte Alternative zu Bargeld und Karten geschaffen hat.“ Der Witz: Was Clinkle entwickeln soll, ist eine Technologie, die in Europa bereits existiert. 

Das Luxemburger Unternehmen Cashcloud hat das alles längst entwickelt und beschreibt die mittelfristige Vision:

  1. Keine Münzen, keine Scheine.
  2. Keine Kredit- oder Debitkarten.
  3. Keine Kundenkarten, keine physische Geldbörse.
  4. Stattdessen: die mobile cashcloud eWallet.
  5.  Keine IBAN, kein BIC – Geldüberweisungen an Freunde ganz einfach via Twitter, Facebook oder Email.
  6. Keine Unterschrift, kein Kartenlesen – Beim Bezahlen in Geschäften nur ein Klick und fertig.
  7. Kein Betrug, kein Spam, sicher und zuverlässig – dank Prepaid-Prinzip.
  8. All-in-one mit einem Smartphone -  und cashcloud. 
Ein ungeheuer spannendes Thema, das in den nächsten Monaten an Beachtung gewinnen wird.



Sonntag, 7. Juli 2013

Ein Wochenrückblick


  1. Den Militärputsch -  und nichts andres war es - sehen wir einerseits mit Sympathie, andererseits geben wir zu, dass ein demokratisch gewählter Politiker nicht weggeputscht werden sollte. Die Frage, ob der Militärputsch in Ägypten die Demokratie fördert oder ihr schadet, sollte man deshalb unter folgendem Aspekt betrachten: Hitler kam demokratisch gewählt an die Macht. Und schaffte dann die Demokratie ab. Und keiner hat ihn dabei aufgehalten. Hätte das ägyptische Militär solange gewartet, bis Mohammed Mohammed Mursi Isa al Ayyat´s Islamisten ihre Macht stabilisierten, wäre die Demokratie über kurz oder lang einem islamistisch-fundamentalistischen Staat gewichen.
  2. Das Thema Ausspähung durch amerikanische und englische Freunde empört mich eigentlich nicht, vor allem wundert  es mich nicht. Die FAZ hat herausgefunden, dass diese Ausspähung auf einer offenbar soliden Rechtsgrundlage beruht, es gab bislang ungekündigte Verträge mit den Alliierten, und unser Ausspähungsdienst BND profitiert wohl auch von den Erkenntnissen. Eieiei, da wundern sich jetzt aber alle, die ihrer Empörung freien Lauf gelassen haben. Bislang hat der Whistleblower Edward Snowden nicht enthüllt, wie Russen und Chinesen uns ausspähen. Ich finde, wir können das alles gelassener sehen. Die Stasi hatte 700.000 Ausspäher verpflichtet, sie wusste fast alles, was die DDR angeblich bedrohte. Geholfen hat es zum Glück nichts. 
  3. Das große Thema ist unser neuer Tennisstar Sabine Lisicki. Das war mehr als Sport. Tolle Sache und super für alle Sky-Abonnenten, die das Finale ansehen mussten.  Lasst die 24jährige Dame jetzt mal ein bisschen in Ruhe, damit sie den öffentlichen Stardruck wieder abbauen kann. Mir wird immer Angst und Bange, wenn junge Stars so hochgejubelt werden. 
  4. Die Zahl der Woche war für mich die Nachricht, dass in Europa seit 20 Jahren im Mai noch nie so wenig Autos verkauft wurden wie 2013. Ist ja auch kein Wunder, mein Nachbar hat inzwischen vier Autos für sich, seine Frau und seine zwei Kinder.

Freitag, 5. Juli 2013

Ein Auto für einen Euro...

So titeln heute diverse Medien, die den Start von CiteeCar in München verfolgt haben. CEO Bill Jones (Foto links) konnte den ersten Host begrüßen und ihm die Mitgliedskarte übergeben. Hosts stellen ihren privaten Parkplatz zur Verfügung, pflegen das Auto und bekommen Buchunsgvorteile für den nagelneuen Kia Rio vor ihrer Haustür.

Montag, 1. Juli 2013

Preisbrecher CiteeCar startet in München. Auto mieten für 1 Euro pro Stunde

An alle Münchner, insbesondere die Journalisten!
Am 4.Juli gibt es in der Münchner Freiheizhalle um 11h ein Pressegespräch:
Unser Kunde - Deutschlands günstigster Carsharing-Anbieter CiteeCar - startet am amerikanischen Unabhängigkeitstag mit seiner Fahrzeugflotte in der bayerischen Hauptstadt. Auch die Münchner können jetzt stundenweise Autos für einen Euro mieten. Wie günstig CiteeCar ist, zeigen einfache München-Beispiele: Wer das Auto für drei Stunden zum Shopping braucht und dabei 15 km fährt, zahlt nur 6 Euro. Wer seine Freunde am Flughafen abholt (z.B. 3 Stunden mit insgesamt 80 km) kommt auf nur 19 Euro. Nur soviel Auto zahlen, wie man auch wirklich braucht – das ist der Grundsatz von Carsharing. Bei CiteeCar heißt das: 1€ pro Stunde und 20 Cent pro Kilometer (inklusive Benzinkosten). Damit ist CiteeCar der Preisbrecher auf dem gesamten deutschen Markt. Studien belegen, dass ein Carsharing-Fahrzeug bis zu 15 private PKWs ersetzen kann. CiteeCar schafft also mächtig Parkplatz-Raum in München. Neben dem echten  Discount-Preis bringt CiteeCar sein revolutionäres Host-Modell nach München mit. Der Clou: statt öffentliche Parkplätze vollzustopfen bringen ausgewählte Mitglieder ihre eigenen Parkplätze ein. Ob privater Stellplatz oder Anwohnerparken – wer einem Auto einen Parkplatz und mindestens zweimal im Monat eine gründliche Wäsche bescheren will, bekommt im Gegenzug ein nagelneues Gratisauto vor die Tür, für das er besondere Buchungsvorteile erhält.

Die ersten Hosts und Members haben sich schon angemeldet und zum Facebook-Event zugesagt: Facebook Event - Carsharing mit CiteeCar
Wer dabei sein will, kann sich auch bei mir direkt melden: brunowsky@brunomedia.de