Mittwoch, 1. Februar 2017

BrunoMedia GmbH wird 15 Jahre alt, ein Rückblick

Zufällig hat mich heute Facebook daran erinnert, dass meine Firma schon 15 Jahre alt wird. Wow, bin selbst erstaunt.
Im Februar 2002 wurde die BrunoMedia GmbH ins Kölner Handelsregister eingetragen. Zum Jahresende 2001 hatte ich die Chefredaktion von CAPITAL mit einer stattlichen Abfindung verlassen. Matthias Prinz war damals mein nicht ganz billiger Anwalt, der mich aber prima unterstützt hat.
Mit Rolf Wickmann, der damals als G+J-Zeitschriftenvorstand die unangenehme Aufgabe hatte, mich nach zehn Jahren tatsächlich erfolgreicher Arbeit bei CAPITAL zu feuern, duze ich mich heute, wir sind gute Freunde. Mit vielen ehemaligen Capital-Kollegen stehe ich noch in Kontakt. Ich war ehrlich gesagt froh, dass ich die mit dem Börsencrash verbundenen drastischen Kosteneinsparungen und damit verbundenen menschlichen Schweinereien nicht mehr umsetzen musste. Bekanntlich ging es mit Capital danach rapide abwärts, bis hin zur Schließung der ganzen Redaktion in Köln.

Bei Gründung der Firma hatte ich noch die Absicht, gemeinsam mit Holger Wiemann, dem ebenfalls geschassten früheren Gruner+Jahr Geschäftsführer in UK, ein reines Corporate Publishing Unternehmen aufzusetzen. Holger ging dann seine eigenen Wege und ich begann zu akquirieren. Die Abfindung ermöglichte mir die Selbstständigkeit, denn es dauerte lange, bis die ersten Aufträge reinkamen.
Jürgen Kindervater, damaliger Kommunikationschef der Deutschen Telekom verhalf mir zu einem ersten Beratungsauftrag in der Telekom-Werbeagentur (damals Spieß. Ermisch, später Citigate). Nach einem halben Jahr konnte ich die ersten Kundenmagazine akquirieren. Dann kam ein Großauftrag herein: Der Bauer-Verlag bot mir an, sein Magazin "Geldidee" im Outsourcing zu übernehmen. Mit großartiger Unterstützung diverser Kollegen, insbesondere Stephan Scoppetta und Stefan Terliesner- zwei ehemaligen Capital-Kollegen und Berndt Schramka, dem früheren stv. Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule und nicht zuletzt dem Art Director Stefan Glückert schafften wir teilweise in Nachtschichten, dieses vierzehntägliche Magazin über eineinhalb Jahre mit 15 Leuten zu stemmen. Sanieren konnten wir es, retten aber nicht, da trotz über 60prozentiger Kostensenkung das Anzeigengeschäft nicht ausreichte. Die Geldidee wurde dann mit "Wertpapier" fusioniert, doch auch das endete mit einer Redaktionsschließung.
Ich lernte dann beim Skifahren David Holyoak kennen, einen überaus sportlichen Engländer, der für ein Tauchbuchprojekt einen deutschen Partner suchte. Ich sagte sofort zu, gründete einen Buchverlag und realisierte das bestverkaufte Tauchbuch "Tauchen weltweit". Mit Lidl konnte ich dann eine Sonderausgabe verabreden, die sich in einer Woche 25.000 mal verkaufte. So kamen mit Lidl weiter Bücher zustande: Angelbücher, Tauch- und Angel DVDs (erfolgreich in Frankreich) und mehr. Wenn ein Tauchbuch funktioniert, so dachte ich, sollte ein Fußballbuch zur WM 2006 erst recht funktionieren. Ich kaufte die Lizenz von David und Lidl bestellte 90.000 wunderbar ausgestattete Bücher - die ganze Fußballgeschichte, 2000 Bilder etc. für 9.80 € Ladenpreis! - fürs Inland und weitere 50.000 für Irland und England. Übersetzt, in der Slowakei gedruckt und termingerecht produziert.
Vier Wochen vor der WM hatte die deutsche Mannschaft und Klinsi allerdings eine unglaublich schlechte Presse und die Lidl Sonderaktion Fußball wurde ein großer Flop. Lidl verkaufte in Deutschland gerade mal 15.000 Stück, der Rest kam in Orangenkisten zurück.  Ein Desaster. Statt 100.000 € Gewinn machte ich 400.000 € Verlust und ging fast pleite. Zum Glück stieg meine Schwester Kira Kubenz als Gesellschafterin ein und rettete die Firma. Aus der Patsche half mir dann ein weiteres Buchprojekt: Ein Computerbuch für Senioren. Autoren: Mein Vater (damals 84) und sein Enkel(damals 17), mein Neffe Maximilian Kubenz. Das Buch hieß "Opa das kannst du auch, mein Enkel erklärt mir den Computer". Es wurde ein Bestseller. Zusammen mit Folgeausgaben verkauften wir über 200.000 Stück im Buchhandel. Mein Vater war zu Gast bei Maischberger, im SWR-Nachtcafe und in anderen Sendungen. Doch es zeigte sich, dass einzelne Bucherfolge zwar möglich sind, aber die Risiken denn doch zu groß sind, wenn man sich nicht wesentlich breiter aufstellt. Ich schaltete dann um auf Buchproduktionen für Kunden und konzentrierte mich immer stärker auf Kommunikation. Mit Christoph Caesar gründete ich die BrunoMedia Communication GmbH, die dann mit weiteren Partnern wie Melanie Contoli recht erfolgreich startete. Bis 2012 hatten wir zwei Etagen in einem Haus gemietet, in dem Caesars Großvater noch Kaffee, Zigaretten und Schokolade produziert hatte. Die Großraumbüros hatten viel Charme.
Doch dann zog es mich aus privaten Gründen immer stärker nach Mainz. Ich spezialisierte mich immer stärker auf Finanz-PR, und da machte es Sinn, sich im Rhein-Main-Gebiet niederzulassen. So trennten wir uns in Köln freundschaftlich, die ehemaligen Partner firmierten um in Siccma-Media und ich baute den neuen Standort Mainz auf. Die große Zahl renommierter Kunden, die ich heute mit einem kleinen Team betreue, spricht auch in beruflicher Hinsicht für die Richtigkeit dieser Entscheidung. In Mainz fühle ich mich wohl und die vielen Kontakte zu kompetenten Wirtschaftsjournalisten bringen mir ständig Inspirationen.
Ich müsste hier viele weitere Namen nennen, aber ich will meine Leser nicht überfordern. Dank an alle!







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