Sonntag, 5. Februar 2017

Warum Martin Schulz als Tiger startet und als Teppichvorleger landen wird

Sigmar Gabriel muss das schon ziemlich getroffen haben, diese Euphorie mit der Martin Schulz in der SPD gefeiert wird. Wenn der hessische SPD Vorsitzende Schäfer-Gümbel sogar von "Erlösung" spricht... Nun reist Schulz durchs Land und lässt sich in jedem Landesverband und Ortsverein feiern. Der Umfrageschub für die SPD auf nun 30 Prozent ist die Welle, auf der er jetzt - unterstützt von vielen Medien - surfen kann. Er will Emotionen wecken und dafür sorgen, dass es in diesem Land gerechter zu geht. Im September möchte er dann das Land als Kanzler regieren. Wird ihm das gelingen?
Die Umfragen sind Vorschusslorbeeren, mehr nicht. Sie motivieren vor allem die SPD-Basis für den bevorstehenden Wahlkampf. Die Botschaft ist: "Wir können es schaffen" - und das ist durchaus neu, nach jahrelangen Tiefstständen.
Inhaltlich ist Martin Schulz noch längst nicht ausreichend durchgecheckt. Schulz setzt auf das Thema "Gerechtigkeit", doch das kann zum Boomerang werden. Der jetzige Zustand des Landes, wenn man ihn denn kritisieren will, ist im Wesentlichen das Ergebnis einer Politik, an der die SPD seit der Kanzlerschaft Schröders maßgeblich oder allein mitgewirkt hat. Was soll sich ändern, wird die Frage sein: Wird es das persönliche Gerechtigkeitsgefühl wirklich ändern, wenn Superreiche stärker besteuert werden? Macht die Erhöhung des Mindestlohns um ein oder zwei Euro die Arbeitswelt gerechter?

Schulz will das Bauchgefühl der Arbeiter ansprechen. Und wie war seine Arbeit in Europa? Schulz hat unter anderem für die Haftungsunion gekämpft, in der Deutschland für die Schulden anderer einstehen muss. Er ist seit über 20 Jahre lang Teil der europäischen Bürokratie mit unglaublichen Privilegien. 
Zitat aus der "Welt": "Die Mandatsträger in Straßburg und Brüssel fliegen Business Class, bekommen Anwesenheitsgeld und nach fünf Jahren mehr Rente als ein Durchschnittsarbeitnehmer." Oder lesen Sie hier einmal, was EU-Parlamentarier verdienen: "Laut EU-Selbstauskunft verdienen allein 37 sogenannte Top-Beamte ca. 24.000 Euro monatlich (also mehr als die deutsche Bundeskanzlerin) und am 22 November 2012 berichtete der Spiegel von 214 „hochrangigen“ EU-Vertretern, die mit 178.000 Pfund (220.000 Euro) mehr als der britische Premier David Cameron erhalten. 
2014 schrieb Focus: Martin Schulz ist der Spitzenverdiener. Zusätzlich zum Grundgehalt sammelt der Präsident jeden Monat rund 18.000 Euro an steuerfreien Zuschlägen an, rechnet ein Verwaltungswissenschaftler vor. Plus zwei Dienstwagen und zwei Fahrer.

So privilegiert kann man sicherlich für mehr Gerechtigkeit sorgen, oder? So wie Trump als Milliardär vermeintlich die Arbeiterklasse angesprochen hat, kämpft Schulz jetzt für alle, die weniger verdienen als er über die Jahre verdient hat und noch verdienen wird, denn das Geld hat er eicher gut angelegt und die künftigen Pensionen sind extrem üppig.
Gute Sache, bin echt mal gespannt. Der Kater wird kommen, schließlich gibt es auch noch Wettebewerber in den anderen Parteien, die ihn abklopfen werden. Kann sein, dass der Kanzlerkandidat seinen mutigen Sprung als Tiger ganz profan beenden wird, als Teppichvorleger Angela Merkels.

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