Mittwoch, 10. Mai 2017

Mit dem Thema "Gerechtigkeit" kann die SPD nicht gewinnen

Die SPD hat das Thema Soziale Gerechtigkeit zu ihrem Hauptanliegen im Bundestagswahlkampf gemacht. Sehen wir uns deshalb dieses Thema mal etwas genauer an.
Die Anzahl der Personen, die laut Allensbach-Institut großen Wert auf soziale Gerechtigkeit legen, stagniert seit Jahren bei etwa 45%.
Und was wird darunter verstanden? Eine weitere Forsa-Umfrage im Auftrag des Stern offenbart, worum es wirklich geht: Die Umverteilung. Gefragt, mit welchen Maßnahmen man die soziale Gerechtigkeit fördern könnte, antwortete die Gruppe: Durch einen höheren Spitzensteuersatz (67%), durch eine höhere Vermögensteuer (48%), die höhere Besteuerung von Kapitalerträgen (44%) und durch die höhere Besteuerung von Erbschaften (37%).

In den Augen jener, die mehr soziale Gerechtigkeit wollen, geht es also beispielsweise nicht um mehr Bildungschancen, es geht ums Geld. Es ist doch klar. Wer nichts erbt, nicht im Lotto gewinnt, keine Karriere macht, der blickt scheinbar mit Neid auf andere, die eine von drei dieser Geldquellen anzapfen konnten.
Doch dieser Schein trügt: Fragt man nämlich nach der Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, kommt etwas ganz anderes ans Tageslicht: Laut aktuellen Umfragen sind 78% der Bevölkerung glücklich bis völlig glücklich, dagegen fühlen sich nur 7% unglücklich, der Rest sagt "weder noch".
Man muss also nicht unglücklich sein, wenn das Haushaltsbudget knapp ist. Tatsächlich gibt es ja den Spruch "Geld macht nicht glücklich". Dass jeder gerne davon mehr hätte, wissen wir auch.

Wenn also die SPD auf das Thema soziale Gerechtigkeit setzt, dann vertritt sie die Position einer Minderheit. Wie will sie da die Mehrheit erreichen?


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