Dienstag, 15. August 2017

Wulff und Schröder: Charakterlos

Während der Wahl"kampf" vor sich hindämmert, machen in diesen Tagen zwei Ex-Politiker Schlagzeilen: Gerhard Schröder und Christian Wulff. Der eine bezeichnet sich selbst als Putin-Freund und soll in den Vorstand des staatlichen Energiekonzerns Rosneft als "unabhängiger Direktor", der andere berät jetzt eine türkische Modemarke "als Anwalt".  Man staunt über diese Unverfrorenheit.

Wulff erhält nach etwa zweieinhalb Jahren im Amt (30. Juni 2010 bis zu seinem Rücktritt am 17. Februar 2012) nicht nur einen lebenslangen "Ehrensold" von etwa 214.000 Euro jährlich, sondern dazu noch (laut Wikipedia"... zeitlebens ein Büro, in der Regel mit einem Büroleiter, einem Referenten und einer Sekretärin, sowie einen Dienstwagen mit Chauffeur finanziert. Wo das Büro angesiedelt ist, obliegt der eigenen Entscheidung des jeweiligen Ex-Bundespräsidenten. Die Kosten hierfür belaufen sich auf etwa 280.000 Euro pro Jahr." 
Wulffs Vorgänger Horst Köhler, der während seiner zweiten Amtszeit zurücktrat, verzichtet auf einen Ehrensold. Wulff nicht. Er sattelt stattdessen noch was obendrauf: Die (angeblich juristische, aber wofür?) Beratung einer türkischen Modemarke, die erst durch ihn plötzlich bekannt wird. Wer kennt denn schon Yargici? Dass in der Türkei deutsche und türkische Journalisten in Gefängnissen sitzen, dass Erdogan die Opposition brutal unterdrückt und unser Land permanent beschimpft, interessiert Wulff nicht, Hauptsache die Kohle stimmt.Unwürdig für einen Alt-Bundespräsidenten.
Man erinnert sich an die Medien-Kampagne, die seinen Rücktritt einleitete, obwohl am Ende von den Vorwürfen der Bestechlichkeit nichts übrig blieb. Das muss den früheren Ministerpräsidenten Niedersachsens verbittert haben, anders kann man sich diese Nachricht nicht erklären.

Es hat etwas komisches, dass auch Schröder acht Jahre Ministerpräsident in Niedersachsen war (und dass der jetzige Ministerpräsident Weil eine höchst fragwürdige Rolle als Aufsichtsrat von VW spielte), man könnte fast vermuten, dass dieses Amt den Charakter verdirbt.
Einer wie Schröder muss Geld verdienen. Vier geschiedene Ehen kosten viel Geld. Da war nicht nur die Freundschaft zu Putin hilfreich, sondern auch die Freundschaft zu Carsten Maschmeyer, der ihn mit einer Anzeigenkampagne unterstützte und laut Stern angeblich zwei Millionen Euro für die Rechte an seinen Memoiren bezahlt haben soll. Als pensionierter Kanzler erhält er gerade mal 8300 Euro brutto, schätzt der Bund der Steuerzahler, als Aufsichtsratsvorsitzender bei Nord Stream, einer Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom soll er laut Manager Magazin weitere 250.000 Euro im Jahr bekommen. Und wenn dann die Wahlen vorbei sind, wird sicher nochmal das gleiche obendrauf gezahlt, wenn er Rosneft-Vorstand wird.
Putin versucht seit Jahren mit gezielten Desinformationskampagnen den Westen zu destabilisieren. Man erinnert sich an die angebliche Vergewaltigung einer Minderjährigen und die darauffolgenden Demonstrationen von Russlanddeutschen. Er trägt Mitverantwortung für den Tod Hundertausender in Syrien, und löst damit eine große Flüchtlingswelle aus, die nach Europa strömt. Er finanziert rechtsradikale Strömungen in Frankreich (Front National mit Marie LePen). Auch der AfD-Politiker Pretzel lässt sich laut Spiegel Reisekosten von einer russischen Stiftung bezahlen. Putin unterdrückt kritische Medien und jede Art von Opposition. Er verletzt Völkerrecht mit der Krim-Besetzung und hält die Ukraine-Krise auf Flamme.  Schröder stört das alles nicht, er ist stolz darauf, ein Freund Putins zu sein.
Das Verhalten dieser beiden Ex-Politiker ist unanständig, gierig und charakterlos. Sie lassen sich von unseren Gegnern bezahlen und kassieren gleichzeitig vom Staat hohe Pensionen.



1 Kommentar:

  1. Danke, vielen Dank für die Ausführungen! Jeder nimmt es zur Kenntnis und keiner sagt etwas! Es ist eine Schande! Die Parteifreunde sollten aufstehen und Einhalt gebieten. Aber, eine Krähe hakt der anderen kein Auge aus! Peinlich....peinlich!

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